Vorreiter im Landesvergleich

TRIER. (hil) Wenn es so etwas wie eine Bundesliga für Volkshochschulen gäbe, dann stünde die Trierer VHS ganz weit oben. Erstmals waren im vergangenen Jahr 3000 Kursusteilnehmer fest eingeschrieben - zwei Drittel mehr als vor knapp zwei Jahren. Ein Zuwachs, der bundesweit seinesgleichen sucht.

Rudolf Hahn kann mehr als zufrieden mit sich und seinen Leuten sein. Der Leiter des Bildungszentrums von Volkshochschule und Musikschule blickt auf ein Jahr voller Höchstmarken zurück. Während im ganzen Land die Anmeldungszahlen bei den Volkshochschulen eher zurückgehen, mussten die Trierer aufgrund großer Nachfrage Zusatzkurse einrichten. "Wir fallen wirklich positiv aus dem Rahmen", kommentiert Rudolf Hahn. Neben 3000 fest eingeschriebenen Teilnehmern konnten die VHS-ler rund 85 000 Veranstaltungsbesucher verbuchen. Fest eingeschrieben sind die Kursusteilnehmer der Volkshochschule; Veranstaltungsbesucher sind alle, die im vergangenen Jahr eine von der VHS ausgerichtete Veranstaltung besucht haben. Jeder wird gezählt: wenn er zu einer Veranstaltung kommt einmal, wenn er zu mehreren kommt mehrmals. Im vergangenen Jahr sind doppelt so viele Besucher zu VHS-Veranstaltungen gekommen wie im Jahr zuvor. Besonders die große Ausstellung "Jugendlicher Widerstand" in der Konstantin-Basilika lockte viele tausend Besucher. Das begleitende Kursusprogramm mit gesellschaftlich-kulturellem Schwerpunkt nutzen viele als willkommene Abrundung des Ausstellungsprogramms.Sprachen waren 2003 angesagt

Besonders gefragt waren 2003 wieder die Sprachkurse. "Wir hatten so viele Anmeldungen, dass wir Zusatzkurse einrichten mussten", sagt Rudolf Hahn. Auch im Gesundheitsbereich verzeichnete die VHS starke Zuwächse. "Im Grunde kann man gar nicht genau sagen, was hervorsticht. Wir haben Zuwächse in allen Bereichen", schildert der Volkshochschulleiter. Gründe für die Entwicklung gegen den rückläufigen Landestrend sind für Hahn das erweiterte Angebot in allen Fachbereichen, die neue Art der Präsentation des Volkshochschulprogramms, die Verteilung dieses Programms an alle Haushalte, neue Organisationsformen, die beispielsweise eine Anmeldung per Internet ermöglichen und die neue Konzeption mit begleitenden Kursen zu Ausstellungen und Vernetzung mit anderen Trierer Institutionen. "Wir haben es geschafft, die richtigen Mittel zu finden, um das Potential in Trier zu nutzen", sagt Hahn. Mittlerweile gilt die Trierer VHS in Volkshochschulkreisen als Vorzeigeprojekt. So kommt es des Öfteren vor, dass sich Kollegen aus der ganzen Republik bei Rudolf Hahn nach den Mitteln des Erfolgs erkundigen. Für 2004 stehen die Zeichen bei der Trierer VHS auf Qualitätssicherung und Halten des Standards. "Unser Ziel ist nicht eine weitere Steigerung der Anmeldezahlen, sondern eine Stabilisierung auf diesem Niveau", skizziert Hahn das neue Jahr.

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