Vorsicht, Weiberfastnacht!

Hilfe, ich glaube, meine Frau tanzt mir auf der Nase herum! Das ist nicht etwa das Thema einer dieser schwachsinnigen Nachmittags-Talkshows. Sondern das ist das dumpfe Gefühl, das ich nicht mehr loswerde.

Also meine Bärbel, die ja sonst nix am Hut hat mit Ramba-Zamba und Humba-Täterä, war an Weiberfastnacht "auf Jück". "Mach Dir keine Sorgen, Hasibärchen. Ich geh mit meinen Mädels nur mal gucken, was so los ist", hat sie lieblich geflötet, als sie sich am frühen Nachmittag vom Acker machte. Ich und Sorgen machen? So'n Quatsch. So lange Claudia (Anm. der Red.: Name aus Datenschutz-rechtlichen Gründen geändert) dabei ist, kann ja auch nix passieren. Die wird bei uns am Stammtisch nicht ohne Grund (aber in grundsätzlicher Abwesenheit) nur als "schroa Schrabnell" bezeichnet. Aber jetzt kommt's. Als ich mich nach dem Mittagsschläfchen selber auf die Piste begeben will, steht das Töchterlein vor der Tür: "Tach Papp. Ich bring Dir Deinen Enkel und geh jetzt feiern. Pass gut auf ihn auf!" Ich und an Weiberfastnacht den Babysitter spielen? Niemals! - "Mama hat aber gesagt". Und weg war sie. Das war ja wohl die Höhe! Undenkbar. Ich mit dem Winzling allein daheim, wo ich doch ganz dringend gebraucht werde bei den Kollegen im großen Rathaus-Saal (die ultimative Fete am Fetten Donnerstag!) und anschließend im Telekom-Kohlenkeller (okay, ich bin nicht mehr der Jüngste; dafür aber reich an Erfahrung). Windeln wechseln statt Weiberfastnacht feiern, sogar mein Abendessen musste ich selber machen - das Schicksal kann ja so ungerecht sein. Aber es kommt noch dicker. Um 5.15 Uhr (in Worten: Viertel nach Fünf) hält Bärbel am Freitagmorgen Einzug daheim. Ziemlich laut. Wo sie war? "Im Rathaus. Die ultimative Fete! Und dann noch im Telekom-Kohlenkeller. Okay, ich bin nicht mehr die Jüngste, aber..." Und Claudia? "Keine Ahnung. Die ist früh mit so 'nem Jüngling abgezogen."

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