Vorsorge ist die beste Medizin

Aufklärung und Information, das ist das Ziel der Arzt-Patienten-Seminare. Zum 44. Mal konnte Professor Bernd Krönig, Fortbildungsbeauftragter der Bezirksärztekammer Trier, viele Interessierte begrüßen. Thema der Informationsveranstaltung: "Bösartige Erkrankungen".

Referierten über bösartige Erkrankungen: Bernd Krönig, Heinrich Kirchen, Monika Grundheber, Veit Krenn, Birgit Siekmeyer und Detlef Ockert. TV-Foto: Cordula Fischer

Trier. Ein "bedeutsames Thema" und ein "tragisches Problem" stellen bösartige Erkrankungen dar, erklärt Professor Bernd Krönig. In der Todesursachenstatistik stehen Krebsleiden nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle. Während bei letzteren die Zahlen rückläufig sind, nehmen die Todesfälle aufgrund einer Tumorerkrankung bundesweit zu. Lag der Anteil in der Statistik im Jahr 2006 mit 212 579 Todesfällen bei 25,7 Prozent, waren es im Jahr 2007 mit 26,3 Prozent bereits 217 289 Menschen, die an Krebs starben. "Bösartige Erkrankungen haben nicht ihren Schrecken verloren", sagt Hartmut Schmall, Ehrenpräsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz. Allerdings sind in Diagnostik und Therapie Fortschritte zu verzeichnen, und täglich kämen neue Substanzen auf den Markt, erklärt Krönig. Dennoch sei die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen und somit die Früherkennung einer bösartigen Erkrankung wichtig, um die Heilungschancen zu erhöhen.

Den ersten grundlegenden und laienverständlichen Vortrag zum komplexen Thema hielt Professor Veit Krenn, Pathologe am Zentrum für Histologie, Zytologie und molekulare Diagnostik. Ursache für Krebs sei alles, was die Zellteilung beeinflusst: äußere Gründe wie Chemikalien, radioaktive Strahlung und virale Infektionen, aber auch sprunghafte Änderungen im Erbgut, fehlerhafte Zellteilung, Störung der DNA-Reparaturmechanismen. Die häufigsten Tumorarten bei Freuen sind Brustdrüsen-, Dickdarm- und Gebärmutterkrebs. Bei Männern am häufigsten betroffen sind Lunge, Prostata und Magen.

Wenige gehen zur Vorsorgeuntersuchung



"Die Therapie des frühzeitig erkannten Krebses ist am erfolgreichsten", erklärte Internistin Monika Grundheber. Sie forderte auf, die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Allerdings würden dem nur etwa vier von zehn Frauen und einer von zehn Männern folgen. Zu Behandlungsmöglichkeiten eines Tumors informierten Chirurg Professor Detlef Ockert (operative Verfahren), Internist Professor Michael Clemens (medikamentöse Behandlung) und Dr. Birgit Siekmeyer (Strahlentherapie). Das Thema Nachbehandlung beleuchtete Dr. Heinrich Kirchen. Hilfe biete dabei "ein ganzes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Psychologen, Physio-, Sport- und Ergotherapeuten, Ernährungsberatern, Köchen und Sozialarbeitern". Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind Pflicht, um frühzeitig einen Rückfall zu erkennen, die Änderung der Lebensweise wird empfohlen.