Vorteil in Millionenhöhe

Zum Bericht "Ermesgraben: Teurer mit Erschließungsvertrag" (TV vom 30. April):

Mit großer Verwunderung habe ich den Artikel zur Kenntnis genommen. Der Verfasser sollte es eigentlich besser wissen. Die Erschließungsmaßnahme Ermesgraben hat deren Anlieger und Eigentümer über Jahrzehnte hin begleitet. Noch nie musste ein Grundstückseigentümer bei einer Erschließung in Schweich einen so großen Prozentsatz vom Rohland abgeben.

Solidarität setzt immer voraus, dass sich zwei Parteien solidarisch verhalten. Das ist in diesem Fall aber nicht zu erkennen. Die Stadt Schweich hat sich durch diese Erschließungsmaßnahme und die Erschließungsverträge einen finanziellen Vorteil in Millionenhöhe erwirtschaftet. Denen, die das erkannt haben, welche auch aus diesem Grunde nicht die Verträge unterzeichnet haben, unsolidarisches Verhalten vorzuwerfen, finde ich sehr makaber.

Der ehemalige Stadtbürgermeister Vitus Blang, der sich im Artikel auch zu Wort meldet, hat sich auch ein Denkmal gesetzt: den Ermesgraben. Dass dieses auf dem Rücken der Grundstückseigentümer geschehen ist und letztendlich ein kleiner Teil derer die Machenschaften durchschaut hat, kann man doch nicht unsolidarisch nennen.

Selbst der Deutsche Städtetag warnt vor dieser Art der Erschließungsverträge, da sie nicht ausgewogen sind und fast immer zulasten der Grundstückseigentümer gehen.

Ich überlasse es dem Leser zu beurteilen, ob eine Stadt, die ja eigentlich für den Bürger da sein soll, sozial ist, wenn sie solche Summen bei einzelnen abzockt.

Eduard Hesping, Schweich

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