Vorurteile abbauen und eine Gemeinschaft bilden

Vorurteile abbauen und eine Gemeinschaft bilden

Der vierte Jugendtag des Dekanats Schweich-Welschbillig ist ein voller Erfolg geworden. Zum Schluss wollte kein Teilnehmer mehr aufhören: Bis in den späten Abend feierten mehr als 100 Jugendliche mit der Band Never Ending in der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco auf dem Helenenberg.

Schweich. "Wir haben uns so viel Mühe bei der Vorbereitung gegeben", sagt Felix Hoffmann. "Und jetzt ist es einfach schön zu sehen, dass es den anderen gefällt." Für den 16-jährigen Messdiener aus der Dekanatsjugendrunde war die Vorbereitung des Jugendtags eine "echte Herausforderung". Ziel war es, das Leitwort der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 "Und führe zusammen, was getrennt ist" auf dem Jugendtag mit Leben zu füllen. Dafür habe sich die Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco auf dem Helenenberg geradezu angeboten. "Hier konnten wir Jugendliche aus den verschiedenen Lebenssituationen zusammenführen, unsere Dekanatsjugend mit den Jugendlichen vom Helenenberg, die leider und völlig zu Unrecht bei vielen in der Region einen schlechten Ruf haben", sagte Pastoralreferent Roland Hinzmann. Er sieht den Jugendtag als "großen Erfolg auf dem Weg, Vorurteile abzubauen und Gemeinschaft zu ermöglichen".
In unterschiedlichen Workshops hatten die Jugendlichen tagsüber in einer Tanzwerkstatt HipHop und Breakdance gelernt, mit Profi-Koch Mario Harmelin gekocht, gemalt, geschreinert und mit Metall gearbeitet.
Außerdem wird an diesem Tag viel gesprochen - über das eigene Leben, über Sorgen und die Schwierigkeiten in der Schule, über den Alltag und Einsamkeit. Denn das Organisationsteam hat den Tag unter das Motto "Young blood - was haltet ihr vom Leben?" gestellt. Dabei ging es auch um die Frage, wie Jugendliche ausdrücken, was sie beschäftigt. Der Hanauer Rapper Telhaim traf beim Jugendgottesdienst, zelebriert von Jugendpfarrer Jan Lehmann, mit rhythmischem Sprechgesang ins Schwarze: "Das deutsche Bildungssystem hat seine Schüler vergessen. Alle werden einfach nur durch die Mühle gedreht." Statt einer Lesung gab es Rap, der die Strukturen der Liturgie aufbrach. "Junge Leute müssen sich im Gottesdienst wiederfinden, wenn Kirche sie für ihre Botschaft begeistern will", sagte Pastoralreferent Hinzmann. "Und da driften wir in der Sprache und in den Formen weit auseinander." Der Jugendtag auf dem Helenenberg sei vielleicht ein erster Schritt gewesen, dass sich Kirche und Jugend näherkommen können.
Die Cover-Band "Never Ending" machte ihrem Namen alle Ehre und wollte beim Konzert nach dem Gottesdienst gar nicht mehr aufhören.Extra

Das Projektteam Kirche der Jugend St. Paulus Trier will Jugendliche während der Heilig-Rock-Wallfahrt begeistern. "Rockt mit!" heißt die Kampagne, die am Samstag, 12. November, in der Kirche der Jugend St. Paulus in Trier anläuft. Hier sollen Jugendliche ihre Ideen einbringen, wie Gottesdienste für sie attraktiver werden können. Mehr Infos dazu unter www.jugend-rockt2012.de, Anfragen an: rocktmit@bistum-trier.de sbn