Wachablösung in Biewer

Biewer. Ihr ganzes Leben hat sie in Biewer verbracht. Am 22. September wird Sabine Berg (CDU) in der konstituierenden Sitzung des neuen Ortsbeirats zur ersten Ortsvorsteherin von Biewer ernannt.

Wollten die Biewerer ihre Sorgen und Anliegen ihrem Ortschef vortragen, mussten sie dafür in den letzten Jahren Dieter Birkel Im Falschen Biewertal aufsuchen. Das hat sich mit dem Ergebnis der letzten Kommunalwahl geändert. Dieter Birkel kandidierte nicht mehr, die einstige SPD-Hochburg fiel - und die CDU-Kandidatin Sabine Berg räumte ab. 64,02 Prozent der Stimmen erhielt sie - "Da war ich schon ein bisschen überrascht", gibt sie ehrlich zu. Schließlich habe die SPD jahrelang dominiert und ihre persönlichen Chancen waren schwer einzuschätzen, meint sie rückblickend. Fürs Feiern am Wahlabend, als sich ihr Erfolg abzeichnete, war zunächst keine Zeit, da die 43-Jährige im Wahllokal mithalf. Präzise Zahlen erfuhr sie am nächsten Tag durch den Trierischen Volksfreund. "Bei der konstituierenden Sitzung werden wir aber feiern", stellt Berg in Aussicht. Mit ihrem 42-jährigen Mann und dem 17-jährigen Sohn wohnt sie in der Henneystraße 22 und bekommt schon jetzt Anfragen von Bürgern. Fragen zum Heckenschnitt auf dem Friedhof, zu Probleme mit einer Straße - der Alltag in kommunalpolitischen Diensten. Worauf sie ihren Wahl-Erfolg zurück führt? "Die Leute bringen mir Vertrauen entgegen, vielleicht wegen meiner Erfahrung im Stadtrat", meint Berg, die seit 1999 im Stadtrat sitzt. Hinein gewachsen in das politische Geschäft ist sie mit ihrem Engagement als CDU-Vorstandsmitglied in Biewer ab 1990. Ihr erklärtes Ziel ist es, bürgernah zu sein. Man müsse die Probleme dort erkennen, wo sie entstehen und vor Ort sein. Als wichtigste Zukunfts-Projekte listet sie Vorhaben auf, die auch den alten Ortsbeirat bewegten. Die zügige Fertigstellung der Skaterbahn ist ein Punkt. Ein anderer ist das Finden einer Lösung, wie Biewer trotz der neuen Umgehungsstraße B 53 nicht von der Mosel abgeschnitten wird. Und dann gibt es noch das Dauerproblem der Vereinsräume. "Wenn Biewer den Zuschlag als Ganztagsschule bekommt, bekommen die Vereine Schwierigkeiten, die einen Teil der Räume nutzen." Welche Lösung ihr für dieses Problem vorschwebt? "Mal sehen", sagt die Kommunalpolitikerin diplomatisch, "man muss sich zusammen raufen, das ging bisher auch." Die Fertigstellung der B 53 und Gestaltung des Ortskerns sind weitere Zukunftsprojekte. Zusätzliche Vorhaben nennt Berg, die halbtags als Verwaltungsangestellte bei der TÜV-Akademie arbeitet, nicht. "Sonst werde ich später an allen fest genagelt", meint sie und schmunzelt. Überhaupt zeigt sich die Südfrankreich-Liebhaberin (noch) vorsichtig zurückhaltend in ihrem neuen Job. Dass sie wegen ihrer Vorliebe für Krimis und Polit-Thriller die Arbeit in der Kommunalpolitik suche, weist sie lachend weit von sich.