Wachstum, Wein und eine starke Gemeinschaft

Wachstum, Wein und eine starke Gemeinschaft

Fast 19 000 Menschen leben in der Verbandsgemeinde Ruwer - darunter viele Alteingesessene, aber auch Zugezogene, die in den vielen neuen Baugebieten ein Zuhause gefunden haben. Der TV geht deshalb im Rahmen der Aktion "Ich lebe gern in …" der Frage nach, was die VG Ruwer ausmacht, und stellt Menschen vor, die sich dort wohlfühlen.

Waldrach. Die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer hat etwas vorzuweisen, worum sie viele in der Region beneiden: Sie wächst. Glaubt man dem Statistischen Landesamt, zumindest noch bis 2030. Aktuell leben 18 701 Menschen in den 20 Ortsgemeinden. Besonders boomende Orte sind etwa Pluwig und Osburg - dort stieg die Einwohnerzahl seit 2002 um rund ein Fünftel.

Infrastruktur und Bauland: Aber was macht die Verbandsgemeinde für ihre Bewohner attraktiv? "Eine hervorragende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und an das Oberzentrum Trier", urteilt Bernhard Busch, Bürgermeister der VG Ruwer. Dazu komme die "gute Infrastruktur" in den Dörfern, die vielfach neuen Wohnraum geschaffen hätte. Aktuell entstehen in Pluwig, Morscheid und Gusterath neue Baugebiete. In Kasel und Waldrach werden die Ortsstraßen ausgebaut, in Morscheid und Osburg die Ortsdurchfahrten.
Ich lebe gern in der …




Finanzen: Die Finanzen der VG Ruwer sehen nicht so rosig aus. Bis zum Jahresende wird sie etwa 9,9 Millionen Euro Schulden haben. Um ihre Infrastruktur zu sichern, müsse die VG Wege finden, "Einnahmen zu optimieren und Kosten zu senken", sagt Bürgermeister Busch.

Kitas und Schulen: Besonders stolz ist der VG-Chef auf die Angebote für die jüngsten Bürger. Unter den elf Kindergärten gebe es keinen, der zuletzt nicht saniert, aus- oder umgebaut worden sei. Insgesamt seien dafür zehn Millionen Euro geflossen.
Grundschulen gibt es derzeit sechs in der VG. Sie standen in der Diskussion, weil einige chronisch unterbelegt sind. Auch die Anmeldezahlen an der Realschule plus in Waldrach waren zuletzt gering. Das Thema ist aber vorerst vom Tisch: Ein aktuelles Gutachten geht von steigenden Zahlen aus.

Jung und Alt: Vorreiter ist die VG Ruwer bei der Beteiligung der Jugend an lokaler Politik. In vier Ortsgemeinderäten wirken Jugendliche mit. Aber auch die älteren Bewohner kommen laut Busch nicht zu kurz: Um sie kümmerten sich viele private und kirchliche Initiativen, koordiniert vom Pflegestützpunkt Waldrach.
Reben und Radwege: Landschaftlich ist die VG Ruwer geprägt durch die Weinberge des unteren Ruwertals und die waldreichen Ausläufer des Hunsrücks, die teils im Naturpark Saar-Hunsrück liegen. Dank dieser Kulisse hat der Tourismus laut VG-Chef Busch eine "große Bedeutung". Besuchermagnete sind etwa der Ruwer-Hochwald-Radweg und die beiden Traumschleifen bei Morscheid und Thomm.

Feiern und Feste: Ein wichtiger Anlaufpunkt für Gäste sind die Karl-May-Festsspiele Pluwig. Sie locken alle zwei Jahre 13 000 Zuschauer an. Gut besucht sind auch das Osburger Dorf- und Heimatfest und der Ruwertaler Frühling. Dabei schenken Winzer Ruwer-Riesling in den Weinbergen bei Kasel und Mertesdorf aus.

Dorfgemeinschaft: Der "Charme" und die "Lebensqualität" der Verbandsgemeinde wird laut VG-Chef "in erster Linie durch die Menschen bestimmt". Er lobt ihre "Freundlichkeit" und ihr "Engagement für die Dorfgemeinschaft".
Einige dieser Menschen stellt der TV in den kommenden zwei Wochen in der Serie "Ich lebe gern in …" vor. Sie erzählen, wie sie sich in der VG Ruwer engagieren und warum sie sich dort wohlfühlen. Am 28. November erscheint eine Sonderbeilage. Darin: Infos zu den 20 Gemeinden, Luftbilder und ein unterhaltsamer Fragebogen zu allen VG-Orten.
Extra

Entstehung: Die Verbandsgemeinde Ruwer, die 20 Ortsgemeinden umfasst, gibt es seit der Gebietsrefom 1969. Hervorgegangen ist sie aus dem früheren Amt Waldrach, dem 1934 noch 21 Gemeinden angehörten. Bei der Umbildung zur Verbandsgemeinde wurden Ruwer und Eitelsbach vereinigt und als einer von 19 Bezirken in die Stadt Trier eingegliedert. Dafür kam der Ort Hinzenburg von der VG Kell am See zur VG Ruwer. Zahlen/Fakten: Die heutige Verbandsgemeinde hat eine Fläche von etwa 130 Quadratkilometern, davon sind mehr als die Hälfte bewaldet. Im gesamten VG-Gebiet leben rund 18 700 Menschen, 9573 von ihnen sind weiblich. Der kleinste Ort unter den 20 Ortsgemeinden ist Sommerau mit 78 Einwohnern, der größte Osburg mit 2447. Die Wirtschaft in der VG Ruwer ist vor allem handwerklich geprägt. Es gibt viele kleinere Unternehmen. Zwei ausgewiesene Gewerbegebiete liegen in Gusterath-Tal und Osburg. Größte Arbeitgeber sind laut Verbandsgemeinde die Firma Annen (Farschweiler), die Firma Peki (Osburg) und die VG-Verwaltung selbst. Verwaltungssitz ist Waldrach. Das neue Rathaus wurde 2005 bezogen. cweb