Waffenstillstand

TRIER. (DiL) Leichte Entspannung im Streit um die Beschäftigungsbedingungen der Trierer Stadtführer: Nach einem Vermittlungsgespräch unter Leitung von Oberbürgermeister Helmut Schröer hat man sich darauf verständigt, über die strittigen Verträge im Detail zu reden.

Der seit Längerem schwelende Hauskrach bei der Tourist-Information (TIT) war eskaliert, nachdem die TIT ihren 115 Gästeführern Verträge vorgelegt hatte, die von vielen als unakzeptabel eingestuft wurden (der TV berichtete). Verbunden war der Vertrag mit der kategorischen Aufforderung, ihn bis zum 20. Februar unterschrieben zurückzusenden. Anderenfalls gehe man bei der TIT davon aus, dass an einer weiteren Zusammenarbeit "kein Interesse" mehr bestehe. Fast zwei Drittel der Gästeführer hatten sich daraufhin geweigert, dem Ultimatum nachzukommen. Sie fühlten sich durch die aus ihrer Sicht einseitig festgelegten Bedingungen über den Tisch gezogen. Nach dem von beiden Seiten als konstruktiv beschriebenen Gespräch von vier Vertretern der Gästeführer mit OB Schröer und TIT-Geschäftsführer Hans-Albert Becker ist die Rausschmiss-Drohung einstweilen vom Tisch. Die Vertrags-Verweigerer würden weiter eingesetzt, bestätigte Schröer. In weiteren Gesprächen sollen nun unter Einbeziehung der für die TIT zuständigen Wirtschaftsdezernentin Christiane Horsch und des Trier-Saarburger Landrats Günther Schartz die strittigen Vertragsfragen besprochen werden. Es geht um den rechtlichen Status der Gästeführer, Haftungsfragen sowie die Verteilung von Honoraren und Provisionen. Der Streit ist vor allem brisant vor dem Hintergrund der Konstantin-Ausstellung. Die hat zwar ihre eigenen Führer, aber angesichts des erhofften Besucherstroms wird auch mit vielen zusätzlichen Stadtführungen gerechnet.