WAHLEN

Zu den Berichten "SPD-Kandidat wirft wegen anonymer Schmähschrift hin" (TV vom 6. Januar) und "Wahl unter kuriosem Vorzeichen" (TV vom 19. Januar) über die Ortsbürgermeisterwahl in Osburg:

In der Tat eine Farce. Da finden sich in Zeiten von allgemeiner Politikverdrossenheit und "Null Bock" zwei Kandidaten, die dazu bereit sind, sich um ein nicht sonderlich dankbares Amt zu bewerben. Keiner von beiden hätte dafür seine Hauptarbeit aufgeben können. Selbstverständlich wird auch die Familie durch diese Aufgabe vor Ort in die Arbeit eingebunden. Ohne den Rückhalt in der Familie ist eine Ausübung eines solchen Amtes überhaupt nicht vorstellbar. Politik vor Ort sollte sich dadurch auszeichnen, dass sie durch ein Höchstmaß an Orts- beziehungsweise Bürgerinteresse geprägt wird und Parteieninteressen nicht unbedingt an erster Stelle stehen. Dass dieser Balanceakt mitunter seine Tücken hat, haben uns die Vorgänge in Osburg gezeigt. Da wollte uns jemand die Wahlentscheidung abnehmen und hat durch seine anonyme Schmähschrift doch beiden Kandidaten im Höchstmaß geschadet. Dem einen durch seine Diffamierungen, dem anderen dadurch, dass er mangels anderer Wahlmöglichkeit zum Ortsbürgermeister wird. Wahlkampf sollte durch die Kandidaten und ihre Wahlhelfer gemacht werden, die durch Argumente und Ziele um die Gunst der Wähler kämpfen. Die Kandidaten haben in dieser Zeit (und idealerweise auch schon vorher) die Möglichkeit, ihre Ziele bis zum Wahltag zu formulieren und sich selbst dem interessierten Mitbürger vorzustellen. Dieser Wahlkampf muss vor allem offen ausgetragen werden und kann nicht durch anonyme Schmierfinken entschieden werden. Der Autor der Schmähschrift sollte sich darüber im Klaren sein, dass es auch für den Dorffrieden nicht dienlich ist. Der Initiator ist hiermit aufgefordert, sich öffentlich zu machen und so den größten Schaden für die Dorfgemeinschaft abzuwenden. Bleibt zu hoffen, dass die Familie Schuh durch Zuspruch wenigstens erfährt, dass die wenigsten so über Gerd Schuh denken und dass Hubert Rommelfanger sein Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausfüllen kann. Willy Bouillon, Osburg