Wahlplakate in Trier: Wie meinen Sie das, Herr Spitzenkandidat? Heute: Die Grünen

Kommunalwahl in Trier : „Keine Versiegelung, mehr Bäume“

Die Wahlplakate hängen, doch was wollen sie uns sagen? In der kleinen Serie „Wie meinen Sie das?“ hakt der TV vor der Kommunalwahl bei den Spitzenkandidaten für den Trierer Stadtrat nach. Heute: Wolf Buchmann von den Grünen.

Trierischer Volksfreund: „Grünflächen vor Betonflächen“ steht auf Ihrem Wahlplakat. Wie meinen Sie das, Herr Buchmann?

Wolf Buchmann: „Es geht uns zum einen um die Plätze in der Trierer City, auf denen es zu wenig Grün gibt. Und wir meinen den Moselaufstieg, den wir ablehnen, weil dadurch Waldflächen zerstört würden. Und es geht natürlich auch um Brubach, wo wir lieber die Natur erhalten wollen, statt ein Neubaugebiet auszuweisen.“

TV: Aber wo sollen denn stattdessen die Wohnungen gebaut werden, die dafür sorgen könnten, dass der Trierer Wohnungsmarkt sich entspannt und die Mieten nicht weiter steigen?

Buchmann: „Statt am Brubacher Hof sollten wir ein Baugebiet unterm Langenberg zwischen Euren und Zewen ausweisen. Da wäre der Eingriff in die Natur weniger gravierend, und durch die Luxemburger Straße und die künftige Bahn-Westtrasse wäre auch die Verkehrsanbindung besser als am Brubacher Hof.“

TV: Und wie wollen Sie Ihren Slogan „Grünflächen vor Betonflächen“ im Stadtrat umsetzen – insbesondere, wo ihr bisheriger Bündnisparter CDU ja für den Moselaufstieg und für das Baugebiet Brubacher Hof ist?

Buchmann: Wir werden im Stadtrat konsequent gegen ein Baugebiet beim Brubacher Hof stimmen und die Leute vor Ort unterstützen bei ihren Protesten. Beim Moselaufstieg wird ja ohnehin letztlich nicht der Stadtrat entscheiden, sondern Bund und Land. Im Rat werden wir aber definitiv alle städtischen Planungen ablehnen, die den Moselaufstieg fördern würden. Auf die Gestaltung der Trierer Plätze können wir Grünen im Stadtrat dagegen direkten Einfluss nehmen: Keine Versiegelung mehr, mehr Bäume und – wo möglich – sogar Rasenflächen. Dafür werden wir uns einsetzen.“

Wolf Buchmann. Foto: Friedemann Vetter

Interview: Christiane Wolff

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