"Walli" liefert die Bilder

Alle Jahre wieder flattern vielen Ehranger und Quinter Haushalten Kalender ins Haus, eine Gemeinschaftsaktion der Ehranger CDU und Ehranger Firmen. Dieses Jahr sind die 3000 Exemplare mit Motiven aus dem Doppelstadtteil von Waldtraud Roths gestaltet. Die Künstlerin betreibt ein Atelier in der Niederstraße.

Ehrang-Quint. Die Kalender mit Ansichten malerischer Winkel aus dem Ort wurden auch in der Vergangenheit von namhaften Künstlern wie Edgar Lorig, Ulrich Lebenstedt oder Roland Grundheber gestaltet. Für das Jahr 2008 hat die Ehrangerin Waltraud Roths Motive ihrer Seidenbilder zur Verfügung gestellt. Verträumter Blick in die Seitengassen der Niederstraße, die Kirche, Schule oder Bauwerke in der Oberstraße — und der "Ehranger Hauptmarkt", wie scherzhaft der Peter-Roth-Platz im Kalender betitelt wird. Die 42-jährige Waltraud Roths kennt die malerischen Winkel im Stadtteil: Schließlich ist sie in Ehrang geboren und lebt heute im Geburtshaus ihrer Mutter in der Niederstraße 127a.Dort hat sie zusammen mit ihrem Mann Jürgen (45) ein gemütliches Heim in dem ungefähr 150 Jahre alten Haus eingerichtet. Warme Holzeinrichtung im Wohnzimmer, lautmalerische Begleitung von Ziegensittichen und Zebrafinken — und etwa 200 Blechspielzeuge. "Die stammen von unseren Flohmarktgängen oder wurden uns von Freunden geschenkt", schmunzelt Roths. Ihr wichtigstes Hobby ist allerdings das kreative Arbeiten, aus dem die frühere Postbeamtin ihren Herzensberuf machte: Hauptsächlich Seidenmalerei in der Seide-Gutta-Technik sowie das Herstellen individuellen Schmucks. Den Ausschlag gab eine Ausstellung mit ihren Bildern im Schaufenster eines Verwandten vor einigen Jahren in Biewer. Der damalige Zuspruch habe ihr Mut gemacht, im eigenen Haus Werkstatt und Atelier einzurichten. Seitdem ist "Walli at work" — Waltraud bei der Arbeit — worauf ein Schild an der Eingangstür hinweist.Fortbildung an der Kunstakademie

Ihren Schmuck stellt Walli entsprechend den Bedürfnissen der Trägerinnen her. "Jede Kette mit Fimo- oder Süßwasserperlen, Halbedelsteinen und Schmuckhäkeldraht ist ein Unikat", versichert sie. Im Laufe der Zeit hat sie an wechselnden Orten ausgestellt. Sie habe sich künstlerisch beachtlich weiterentwickelt, attestierten ihr auch Freunde. Mitverantwortlich sind dafür vielleicht die Teilnahmen an Fortbildungskursen der europäischen Kunstakademie und unermüdliches Schaffen "tags und nachts". "Das kann ja heiter werden", habe sie sich bei der gut besuchten Eröffnungsveranstaltung vor fünf Jahren gedacht — schließlich stünde sie gar nicht gerne im Rampenlicht. Für den neuen Kalender habe sie aber spontan zugesagt, dass ihre im Original farbkräftigen Bilder verwendet werden. "Der Kalender ist richtig schön geworden, ich bin zufrieden", resümiert Waltraud Roths.Öffnungszeiten des Ateliers: montags und freitags von 16 bis 19 Uhr.

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