Wandeln in staunender Stille

Wie Bilder aus einem Traum: Bei der mystischen Nacht verschmelzen Klang, Licht, Ort und Zeit zu einer Einheit, durch die Trierer wie Touristen verzaubert wandeln.

 Die mystische Seite von Brot und Spiele. TV-Foto: Hans Krämer

Die mystische Seite von Brot und Spiele. TV-Foto: Hans Krämer

Trier. (kah) Die Menschen bewegen sich leise. Hintereinander gehen sie lächelnd durch den tiefblau schillernden Gang, in dem einst Sklaven dafür sorgten, dass sich die Gäste in den darüber gelegenen Bädern wohl fühlen konnten. Sie tasten verträumt nach dem Moos auf den römischen Steinen, als plötzlich eine weiße Gestalt um die Biegung eines einmündenden Ganges huscht. Eine Frau in wallendem weißen Gewand mit einem goldenen Lorbeerkranz in ihren weißen Locken. Sie verharrt. Sieht sich um, so als folge ihr jemand. Blickt ängstlich gegen die Mauer gepresst in das fluoreszierende Blau des langen unterirdischen Ganges. Wie aus dem Nichts tauchen dort aus einem Quergang zwei weitere weiße Gestalten auf, sich in leiser Musik wiegend. Aus der Ferne läuten Glocken.Wie Bilder aus einem Traum wirkt, was der der Elektronik-Musiker Peter Mergener, der Choreograf Alexander Galitskii und Mitglieder vom Tanzensemble des Theaters Trier in den dunklen Gängen der Trierer Kaiserthermen entstehen lassen.

Klang, Licht und Geschichte verschmelzen hier miteinander. Gemeinsam spüren sie dem rätselhaften Tode Faustas nach, der ermordeten Frau des Kaisers Konstantin. Dass die "mystische Nacht" auch als solche empfunden wird, zeigt sich in der staunenden Stille, mit der die Besucher das alte Gemäuer erkunden - Touristen wie auch Einheimische. Sie werden zu Entdeckern eines geheimnisvollen Ortes. Sobald sich im unterirdischen Labyrinth neue Sichtachsen auftun, warten neue überraschende Sinneseindrücke darauf, stumm bestaunt zu werden.

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