Wandern, radeln, einkehren

Die frische Luft und die schöne Gegend mag Siegfried Nagengast an seiner Heimat, der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, besonders. Seit fast 40 Jahren erkundet der 69-Jährige aus Hinzenburg seine Umgebung zu Fuß oder per Drahtesel.

Hinzenburg. Eigentlich wollte er auf seinem neuen Elektro-Fahrrad, genannt E-Bike, zum Termin in die "Dump" geradelt kommen.
Ich lebe gern in der …


Heute hat Siegfried Nagengast aber ausnahmsweise sein Auto mit zum Waldwanderweg zwischen Pluwiger Hammer und Raulsmühle (Lonzenburg) gebracht. "Es war mir heute Morgen ein bisschen zu frisch", begründet der 69-Jährige. "Aber egal, dann wandern wir eben ein Stück." Gewandert sei er schon immer - seit 1978. "Die Gegend ist einfach schön. Die Wege, der Wald, die Menschen. Man trifft immer jemanden." Und man könne mit jedem reden.
Das einzige, was der Rentner ein wenig bedauert, ist, dass er beim Wandern so oft alleine unterwegs ist. "Was in unserer Pfarrei Schöndorf fehlt, ist ein richtiger Wanderverein", sagt er. "Und vielleicht die ein oder andere Ruhebank an den Radwegen." Denn auch das Radeln hat der pensionierte Maschinenschlosser bereits vor Jahren für sich entdeckt. Immer samstags und so oft wie möglich auch die Woche über erkundet er sein Umfeld jetzt per Drahtesel. Zunächst war er mit dem Trekkingrad unterwegs, seit Kurzem fährt der Hinzenburger E-Bike. "Strampeln muss man immer", lacht er. "Aber mit dem neuen Fahrrad macht man sich nicht mehr so müde."
Wenn der 69-Jährige morgens das Haus verläßt, sei das wie Urlaub, sagt er. Auf seinen Radtouren durch die VG Ruwer bis runter nach Schweich oder Konz ist Siegfried Nagengast meistens mit einem Freund unterwegs. Auch "das Einkehren" gehört für ihn dazu. "Alleine das Babbeln (Unterhalten) - das ist einfach das Herrlichste, was es gibt." Auf dem Rückweg durch Waldrach gönnt er sich grundsätzlich eine Tasse Kaffee und danach zwei Bällchen Eis. Halt macht der gebürtige Bamberger außerdem jeden Samstag in Sommerau, wo das ehemalige Bahnhofsgebäude, das direkt am Radweg liegt, momentan umgestaltet wird. "Da halten wir an und gucken, was sie schon geschaftt haben. Da soll ja auch ein schöner Biergaten entstehen."
An der VG Ruwer mag Siegfried Nagengast auch die Nähe zu Trier, wo er einmal die Woche hinfährt zum "Kaffeetrinken, Bummeln, egal". Außerdem freut er sich schon auf den neuen Supermarkt, der gerade in Pluwig gebaut wird. "Dann haben wir alles in der Nähe, was wir brauchen."