Wann ist der Apfel reif?

BEKOND. Während "Elstar" und "Gala" bereits in dieser Woche geerntet werden, und die "Delbarestivale" schon in den Regalen liegt, informierten sich rund 30 Obstbauern bei einem Vorernte-Rundgang auf einer Plantage in Bekond, wann sie ihre Sorten am besten ernten sollten.

Welche Apfelsorten sollten wann eingeholt werden? Jetzt, wo für die Obstbauern der Region die heiße Erntezeit begonnen hat, und diese Frage alles andere in den Schatten stellt, lud das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz zu einem Vorernte-Rundgang auf die Plantage von Norbert Briesch in Bekond ein.Das Auge entscheidet

36 Apfelsorten baut der Obstbauer in Kooperation mit dem DLR auf seinem 3,5 Hektar großen Feld an, um ihre Anbaueignung für die Region Trier/Luxemburg zu testen. "Die Kunden entscheiden mit den Augen, welche Sorten sie wollen", erläuterte Briesch, der wie die meisten der anwesenden Landwirte den Großteil seiner Ernte ab Haus verkauft. Franz-Josef Scheuer vom DLR erklärte die Reifezeiten für die in der Region bevorzugten Apfelsorten: "In einer Woche sind Rubinette, Jonagold, Fiesta und Boskopp erntereif, in zwei Wochen Pinova und in drei Wochen Braeburn und Fuji." Die Obstbauern können mittels eines "Penetrometers", das in die Hosentasche passt, exakt den Reifegrad ihrer Früchte bestimmen. Trotz des technischen Fortschritts gibt es aber immer ein wetterbedingtes Restrisiko bei der Ernte: Wer die Früchte zu spät erntet, wird vielleicht nicht mehr fertig, bevor die Fäulnis einsetzt. Neben einer Kaufempfehlung für das Penetrometer hatten Scheuer und sein Kollege Karl Simon noch ein paar Praxis-Tipps für die Bauern dabei, um ihnen eine erfolgreiche Ernte zu ermöglichen. Auch die neuesten Geräte konnten in Augenschein genommen werden. Bei einem Rundgang durch die Plantage konnten die Landwirte die verschiedenen Sorten begutachten und sich über ihre Erfahrungen austauschen. Mehrmals im Jahr bietet das DLR, welches rund 80 Betriebe berät, praktisch orientierte Besuche von Anlagen und Veranstaltungen an. "Unser Ziel ist es, dass die Kunden qualitativ hochwertiges Obst aus naturnahem Anbau bekommen", erklärte Scheuer. Doch auch die Kunden selbst können aktiv werden und ihren Apfel-Liebling küren: Beim Erntedankfest vor der Porta Nigra, das am 30. September stattfindet, können die Besucher die heimischen Apfelsorten sowie Viez probieren und dann den "Trierer Apfel 2006" und den "Trierer Viez 2006” wählen.