Wann kommt Aldi?

TRIER-HEILIGKREUZ. Die Einzelhändler, die sich bereits rund um das künftige Aldi-Grundstück angesiedelt haben, frohlocken (TV vom Freitag), während die Anwohner sich vor nicht abreißenden Verkehrsströmen fürchten. Dabei liegt der Stadtverwaltung noch gar kein Bauantrag des Discounter-Riesen vor.

Erst wenn der Bebauungsplan BH 32 "Zwischen Wisportstraße, Metzer Allee und Straßburger Allee", der noch bis zum 18. Januar öffentlich ausliegt, rechtskräftig ist, können Baugenehmigungen für das entsprechende Gebiet erteilt werden. Auch der Umstand, dass der Stadt zur Zeit noch gar kein Bauantrag der Firma Aldi vorliegt, könnte die im Bürger-Gutachten herbeigesehnte Ansiedlung des Discounters noch verzögern. Zusätzliche Abbiegespuren

Hermann Schmitt setzt derweil auf bestehende Strukturen. Mit seiner Metzgerei Werland hat er Anfang Januar die Nachfolge der Metzgerei Grün in der Rotbachstraße angetreten. "Wir wollen die Infrastruktur erhalten. Und so sicher ist die Aldi-Ansiedlung ja auch noch nicht." Ein weiteres heikles Thema ist die Verkehrserschließung. Schließlich heißt es, dass Aldi nur dort baue, wo er nach eigenen Gutachten mit bis zu 4000 Kunden täglich rechnen könne. Ähnlich wie beim Bau des Edeka-Marktes in der parallel verlaufenden Rotbachstraße befürchten Anwohner deswegen einen Verkehrsinfarkt. "Sicher wird der Verkehr mehr werden", sagt Ortsvorsteherin Elisabeth Ruschel, "aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Beim Edeka hatten die Eltern der Kinder, die die benachbarte Schule und den Kindergarten besuchen, auch Angst vor Verkehrsunfällen. Passiert ist bisher gottseidank nichts." Doch die Einmündung der Wisportstraße in die Straßburger Allee gehörte 2004 zu den Unfallschwerpunkten der Stadt. Mittlerweile sorgen zusätzliche Fahrbahnmarkierungen und die Versetzung des Stopp-Schildes für mehr Sicherheit. "Bei der Aufstellung des Bebauungsplans wurden die Erschließungsmöglichkeiten zum Aldi umfassend geprüft", sagt Backes. Verworfen worden sei dabei die Idee, nicht nur von der Wisportstraße eine Zufahrt zum Einkaufsmarkt, sondern auch eine direkte Anbindung an die Metzer Allee zu schaffen. "Nach unserer Prüfung würden dann allerdings Probleme im Hinblick auf die Verkehrsqualität und -sicherheit in der Metzer Allee drohen", erklärt Backes. In der Begründung des Bebauungsplans heißt es optimistisch: "Die künftig durch die neue Nutzung zu erwartenden Verkehrsstärken können vom bestehenden Straßennetz aufgenommen werden." Zusätzlich sollen an der Einmündung der Wisportstraße in die Straßburger Allee eine Rechts- und eine Linksabbiegespur eine "akzeptable Verkehrsqualität gewährleisten". Weitere Probleme befürchten die städtischen Planer offenbar nicht: "Die Gesamtbelastung wird weiter im verträglichen Bereich liegen", heißt es in der Begründung, die im Internet unter www.trier.de/bauleitplanung hinterlegt ist. Auch der mit der Schule zusammenhängende Bus- und Fußgängerverkehr könne als "mit den prognostizierten Verkehrsstärken verträglich" beurteilt werden. Schließlich lägen Schulbeginn und -schluss außerhalb der Verkehrsspitzenzeiten.