Warmlaufen für 2012

Der Doppel-Countdown läuft: In dreieinhalb Wochen beginnen die Heilig-Rock-Tage, noch 753 Tage dauert es bis zum Start der Heilig-Rock-Wallfahrt. Das Bistumsfest vom 16. bis 25. April ist gewissermaßen Probelauf in kleinem Rahmen für das Großereignis vom 13. April bis 13. Mai 2012.

Trier. Hans-Werner Tonner will seine Funktion nicht überbewertet wissen. Als "großer Macher" der Heilig-Rock-Tage sieht er sich nicht: "Klar, bei mir als Geschäftsführer laufen die Fäden zusammen. Aber erst das Engagement unserer Ehrenamtlichen bringt die Sache richtig ins Laufen", sagt der 48-Jährige. Auf rund 800 Helfer kann er beim Bistumsfest bauen. Die meisten davon sind "alte Hasen" und schon seit Jahren dabei. 49 allerdings sind, und das haben sie mit Tonner gemein, erstmals mit von der Partie.

Tonner, zuvor geschäftsführender Bildungsreferent der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in der Diözese Trier, fungiert seit 1. Oktober 2009 als Veranstaltungs- und Eventmanager des Bistums. Die bevorstehenden Heilig-Rock-Tage sind seine bisher größte Veranstaltung. Gleiches gilt für die Helfer.

Die 13. Auflage des Bistumsfests vom 16. bis 25. April wartet neben dem bewährten Rahmenprogramm und "Zielgruppen-Tagen" unter anderem für Soldaten, Kindergärten, Goldhochzeits-Paare oder Geistliche mit einem zusätzlichen "dicken Ding" auf: Am Samstag, 17. April, dem Jugend- und Firmlinge-Tag, steigt auf dem Parkplatz Rindertanzstraße ein Open-Air-Konzert, bei dem unter anderem die "Oku & The Reggaerockers" und die Lokalmatadoren "Chock-a-Block" auftreten.

Die Heilig-Rock-Tage auf "Expansionskurs" - das passt. 1997 ins Leben gerufen, um den Geist der Heilig-Rock-Wallfahrt im Jahr zuvor weiterleben zu lassen, hat sich das Bistumsfest zu einer festen Größe im Reigen der Trierer Veranstaltungen entwickelt. Mindestens 50 000 Teilnehmer ziehen sie jährlich an, obwohl der Heilige Rock, die Tunika Christi, nicht zu sehen ist. Nur einmal ist das zehntägige Fest bisher ausgefallen: 2006, als das Bistum Trier den Katholikentag in Saarbrücken ausrichtete.

Im nächsten Jahr wird es erneut keine Heilig-Rock-Tage geben - "weil 2011 ganz der Vorbereitung auf die Heilig-Rock-Wallfahrt gewidmet sein soll", schreibt Bischof Stephan Ackermann im Vorwort des Heilig-Rock-Tage-Programmhefts. Heißt im Umkehrschluss: "Wir laufen uns in diesem Jahr schon einmal warm für 2012", wie es in Helfer-Kreisen heißt.

Die Dimensionen sind freilich nicht miteinander zu vergleichen. Die vorletzte Heilig-Rock-Ausstellung (19. Juli bis 20. September 1959) zog 1,8 Millionen Wallfahrer an; von 19. April bis 16. Mai 1996 pilgerten 700 000 Gläubige zur bedeutendsten Bistumsreliquie in den Trierer Dom.

In zwei Jahren dürften es wieder einige mehr werden, falls Papst Benedikt XVI. die Einladung von Bischof Stephan Ackermann annimmt und womöglich seinen 85. Geburtstag (16. April) in Trier feiert.

Eine Antwort aus dem Vatikan steht noch aus.

Unterdessen laufen in Trier die Vorbereitungen auf das Großereignis auf Hochtouren. Organisations-Hauptquartier ist das in der Liebfrauenstraße 8 eingerichtete Wallfahrtsbüro. Dort wurden auch die Vorschläge für das Leitwort der 2012er Wallfahrt gesammelt. Das Motto wird Bischof Stephan Ackermann in der Abschlussvesper der Heilig-Rock-Tage am Sonntag, 25. April, 18 Uhr, im Dom bekanntgeben.

Das Bistumfest hat das Leitwort "In Gerechtigkeit dein Angesicht suchen" und steht im Zeichen des 50-jährigen Bestehens der Partnerschaft des Bistums Trier mit Bolivien.