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Warum die BBS Wirtschaft Trier seit 20 Jahren erfolgreiche Schülerfirmen stellt

Schule und Wirtschaft : Prominente Aktionäre, innovative Ideen und viele Siegertrophäen

Seit 20 Jahren nimmt die BBS für Wirtschaft am bundesweiten Junior-Projekt teil – und stellte bereits dreimal den Landes- und einmal sogar den Bundessieger.

Was haben Bischof Reinhard Marx, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Ex-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Fernsehmoderator Günter Jauch gemeinsam? Alle waren in den vergangenen 20 Jahren – teilweise mehrfach – Anteilseigner von Junior-Schülerfirmen der BBS für Wirtschaft (BBSW) in Trier. 1999 startete das bundesweite Projekt in Rheinland-Pfalz – und vom Start weg war die BBSW immer mit einer Firma am Start, immer mit Zwölftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums.

Zwar stand bei allen Projektteilnahmen immer das praktische Wirtschaftswissen der Schüler im Fokus, aber es galt auch immer das Motto mit Blick auf den Landes- und Bundeswettbewerb: „Dabei sein ist nicht alles“, und die Erfolge geben der Schule Recht. Den bislang größten Coup feierte das Unternehmen SNEECS im Jahr 2002. Mit ihren individualisierbaren Sneaker-Schnürsenkeln wurde die Gruppe aus Trier Landes- und Bundessieger, qualifizierte sich für den Europawettbewerb und wurde zudem mit dem WIWICUS-Award von HWK, IHK und dem Kreis junger Unternehmer Trier ausgezeichnet.

„Alle Firmen spiegeln auch immer wieder Trends der jeweiligen Zeit wider“, sagt Jürgen Schmidt, einer der betreuenden Lehrer. Das allererste Projekt war – vor der Erfindung von Smartphones und überall verfügbarem mobilen Internet – die Firma „Net-Connection“, eine Art Internetcafe für die Schule. Es folgten Sitzkissen, Kochkurse oder sogar Shisha-Drehteller. „Da hagelte es Kritik, schließlich gab es zu dieser Zeit gerade eine Anti-Drogen-Kampagne an der Schule“, sagt Schmidt. Einige Male bekamen die Schüler-Unternehmen auch Post von Patentanwälten.

Der größte Erfolg in Sachen Öffentlichkeitswirkung und Einnahmen war das Kochbuch „Einfach Trierisch“ des Projekts KaLoTriern. Günter Jauch war der Werbeträger, Starkoch Harald Rüssel kochte die Gerichte und über 700 Kochbücher wurden verkauft – dafür wurde die Gruppe 2014 sogar als eines der zehn besten Schülerunternehmen Deutschlands nominiert. Das gelang zwei Jahre später auch „ReBo“ mit ihren, gemeinsam mit eifrigen Rentnerinnen produzierten, reflektierenden Bommelmützen, die ebenfalls den Titel auf Landesebene einfuhren und bundesweit Dritter wurden. 2018 wiederholte Sew Case mit ihren Schülerordnermappen diesen Landesssieg. Aufgrund all dieser Erfolge wurde die BBSW in Trier auch als erste Junior-Premium-Schule in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

„Die Schüler lernen sehr viel für ihr Leben und ihren späteren Berufsweg, aber sie lernen auch mit Niederlagen umzugehen und als Team zusammenzustehen. Deswegen ist Junior ein toller Übertrag unseres Unterrichts in die Praxis“, sagt Schulleiterin Gabriele Groß.