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Warum in die Ferne schweifen?

Warum in die Ferne schweifen?

TRIER/KONZ. Jeder Trierer kennt es: Sommer für Sommer tummeln sich Tausende Touristen in der Fußgängerzone und es hat oftmals nur eine Chance, das nächste Geschäft zu erreichen, wer sich einer der vielen Urlaubergruppen anschließt. Gleichwohl sollten "die Einheimischen" nicht vergessen, dass der Tourismus eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt Trier ist.

Diese Quelle wird noch lange nicht versiegen. Denn die Tourist-Information Trier (TIT) meldete auf ihrer Mitgliederversammlung zunehmende Gäste- und Übernachtungszahlen für das Jahr 2002 in der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg. So haben etwa 340 000 Gäste im vergangenen Jahr 637 845 Mal in Trier-Stadt einen Schlafplatz belegt. Das ergibt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Übernachtungen um etwa fünf Prozent. Im Kreis Trier-Saarburg wurden sogar 1,2 Millionen Übernachtungen gezählt.Kreis: 1,2 Millionen Übernachtungsgäste

Bei diesen Zahlen handelt es sich jedoch lediglich um die offiziellen, statistischen Angaben. Der "Couch-Tourismus", sprich die nächtlichen Aufenthalte Auswärtiger bei Freunden und Verwandten, ist nicht erfasst. "Könnte man die Zahl der Couch-Touristen ebenfalls erfassen, so würde sich die Zahl der Gäste und der Übernachtungen vielleicht sogar verdoppeln", schätzt Christiane Horsch, Vorsitzende der TIT.Zudem wird mit einem Anstieg des privaten Tourismus gerechnet. Denn der Trend ist erkennbar, dass immer mehr Deutsche ihren Urlaub innerhalb der nationalen Grenzen verbringen. 2002 stammte bereits mehr als ein Drittel (245 359) der Gäste aus deutschen Landen, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Die zweitstärkste Touristengruppe (20 403 Gäste) hat den Weg aus der Volksrepublik China auf sich genommen. Ihr Ziel ist aber nicht länger, nur das Karl-Marx-Haus zu besichtigen.Die Urlauber setzen vielmehr verstärkt auf Pauschalangebote in Verbindung mit besonderen kulturellen Ereignissen. Im vergangenen Jahr lockten zum Beispiel die ADAC-Rallye und der Weihnachtsmarkt viele Menschen in die Stadt. Auch von den Mosel Festwochen und den Antikenfestspielen profitiert die hiesige Tourismusbranche. Die klassische Stadtführung verliert dabei aber auch weiterhin nicht an Attraktivität. Im Jahr 2002 wurden rund 9000 Besichtigungsgänge mit300 000 Gästen von 115 Führern veranstaltet. Hier bemüht sich die TIT, das Angebot fremdsprachlicher Führungen zu erweitern. Bislang sind Touren in 15 Sprachen buchbar, zuletzt kamen Norwegisch und Estnisch dazu, Chinesisch befindet sich im Aufbau.Besichtigungstouren in 15 Sprachen

Auch rund um Trier werden touristische Attraktionen ausgebaut. Beispielsweise wird bald das Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz um eine Zinnfiguren-Ausstellung erweitert. Außerdem soll in der Nähe ein Waldmuseum mit großer Ofen-Ausstellung entstehen.Ebenso möchte man mit einem neu erarbeiteten Streckenplan den Radtourismus in die Saar-Obermosel-Region bringen. Der Plan enthält sieben Routen mit verschiedenen Distanzen und Schwierigkeitsgraden.Neben diesem aktiven Sport setzt die TIT auch auf Surfen im Internet. Besonders hervorzuheben ist die Adresse www.heuteintrier.de. Hier stehen das tagesaktuelle Programm, sämtliche Anfahrtsskizzen, Busfahrpläne mit Kostenübersicht und sonstige Informationen zu den touristischen Attraktionen zur Verfügung, teils auch zum Herunterladen.Angebot im Internet

Eine Neuerung gab es in den Reihen des TIT-Vorstandes. Den Posten des Vertreters der Verbandsgemeinden gab Bernhard Kaster an Wolfgang Reiland ab, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Trier-Land.Vertreterin der Trierer Großhotels ist Gaby Schmitz, Direktorin des Mercure Hotels Trier.