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Trier: Warum Orgelspielen wie Segeln ist

Trier : Warum Orgelspielen wie Segeln ist

Genau so stellt man sich jemanden vor, der seine Leidenschaft zum Beruf macht: Dekanatskantor Burkhardt Pütz ist 59 und hat sein 40-jähriges Dienstjubiläum schon hinter sich, inoffiziell saß er noch früher an der Kirchenorgel. Selbst sein liebstes Hobby stellt er zugunsten der Musik zurück.

Orgelspielen ist wie Segeln. Dekanatskantor Burkhard Pütz erklärt seinen Vergleich so: „Der Wind zieht das Segelboot mit, wie die Musik mich. Beides sind große Instrumente mit großer Wirkung“.

Die Leidenschaft für seinen Beruf ist ihm anzumerken. 59 Jahre ist er alt – und blickt bereits auf mehr als 40 Dienstjahre zurück. Inoffiziell sind es sogar schon 45: „Mit 13 Jahren habe ich angefangen, die Orgel in meiner Heimatgemeinde Eschfeld zu spielen, und mit 18 habe ich dann offiziell den Vertrag unterschrieben.“ Zunächst spielte Pütz nur Klavier, wurde dann aber vom Kantor seiner Eifeler Heimatgemeinde im Orgelspielen unterrichtet.

Seit 1986 ist er hauptamtlicher Kirchenmusiker an der Heiligkreuzkirche, im Jahr 2000 wurde er Dekanatskantor für das Dekanat Trier.

Langweilig sei ihm in all den Jahren nie gewesen, auch die Pfarreiengemeinschaft mit St. Maternus und St. Michael habe immer Abwechslung geboten.

„Es gibt drei Dinge, die mir bei meiner Arbeit besonders wichtig sind.“ Pütz zählt auf: „Ein gutes Instrument, eine gute Chorarbeit und eine gute Seelsorge.“ Über die Höhepunkte seines Berufslebens muss Pütz nicht lange nachdenken. Er nennt den Neubau der Sauer-Orgel in der Pfarrkirche Heiligkreuz und die Renovierung der Klais-Fasen-Orgel in der Pfarrkirche St. Michael. „Es war für mich ein wunderbares Erlebnis, den Bau der Orgeln begleiten zu dürfen und bei der Auswahl der Register Entscheidungsträger zu sein“, erzählt Burkhard Pütz.

Nach dem Abitur am Regino-Gymansium in Prüm studierte Burkhard Pütz katholische Kirchenmusik an der Musikhochschule in Köln. „Ich habe eigentlich schon immer gewusst, dass ich Musik machen will.“

Besonders am Herzen liegen dem Dekanatskantor seine Chöre. Gleich vier Ensembles leitet er: die Chorgemeinschaft Heiligkreuz, den Projekt-Kammerchor Caoppella vocale sowie die beiden Kinderchöre in Heiligkreuz. Von 2006 an betreute er für neun Jahre das Vokalensemble „Jubilate Musica“ in Luxemburg. Sein Engegement beschränkt sich nicht nur auf Proben und Konzerte: Mit einigen Sängern fährt er in diesem Jahr zum Internationalen Chorfestiaval Pueri Cantores nach Florenz.

Viele „seiner“ Chorkinder unterrichtet der Dekanatskantor auch im Klavier- oder Orgelspiel. Es sei eine tolle Ergänzung zum Singen und führe zu einer guten Komplettausbildung der Kinder. „Die jungen Sänger sind fasziniert von der Majestät und Prächtigkeit des Instruments,  und so landen viele von ihnen an der Orgel.“  Pütz arbeitet auch als Dozent an der Bischöflichen Kirchenmusikschule Trier und unterrichtet Orgel, Klavier und angehende Kantoren.

Neben der Musik ist dem Kantor vor allem seine Familie wichtig. Seine beiden Söhne sind bereits erwachsen. „Obwohl keiner der beiden Berufsmusiker ist, spielen sie die Orgel“, sagt Pütz. „Darauf bin ich sehr stolz.“

Eine seiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen ist das Segeln. Derzeit bleibt dafür neben der Musik aber kaum Zeit, sagt Pütz. Er will dieses Hobby auf das Rentenalter verschieben. Und stellt gleich klar: „Auf die Musik will ich allerdings niemals verzichten.“