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Warum Selbstsicherheit geübt sein will Trier

Bildung : Schüler lernen die Macht der Körpersprache

Die Schauspielerin Barbara Ullmann hat bei einem Workshop mit Jugendlichen erarbeitet, wie sie durch Gestik, Mimik und Redetechniken bei Vorstellungsgesprächen selbstsicher auftreten können.

Die Aula der Berufsbildenden Schule (BBS) in Trier ist an diesem Vormittag Veranstaltungsort eines besonderen Workshops, an dem zwölf Schüler zwischen 15 bis 17 Jahren der BBS Gestaltung und Technik teilnehmen. Als Gast und Workshop-Leiterin ist Barbara Ullmann eingeladen, Schauspielerin am Theater Trier.

Es handelt sich dabei nicht um eine offizielle Theaterkooperation. Ziel des zweitägigen Workshops ist es, dass die Schüler unter ihrer Anleitung spielerisch erfahren, wie sie durch ihr Auftreten von anderen wahrgenommen werden.

Zudem zeigt Barbara Ullmann den Schülern Tricks, die sie bei ihrer Körpersprache, Mimik, Gestik und bei ihrer Stimme einsetzen können, um sich selbstsicher zu präsentieren. Davon sollen die Schüler vor allem bei Vorstellungsgesprächen profitieren.

Dabei gehe es nicht darum, eine Show abzuliefern und sich zu verstellen, erklärt Barbara Ullmann den Jugendlichen. „Ich will stattdessen mit euch Werkzeuge erlernen, die euch in Situationen helfen können, in denen ihr euch nervös oder unsicher fühlt“, ermutigt sie die Jugendlichen.

Den Workshop möglich gemacht hat auch der Lehrer Hans Maas, der das Fach Kommunikation und Präsentation unterrichtet. Er fügt hinzu: „Ziel meines Faches ist es, vor allem die Redefähigkeit der Schüler zu stärken, dazu gehört zum Beispiel, dass wir Präsentationstechniken üben.“ Als Voraussetzung dazu brauche es natürlich ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein.

„Da bietet es sich doch an, mit einem Profi zusammenzuarbeiten“, habe er sich gedacht und Barbara Ulmann kontaktiert, die auch als Sprach- und Persönlichkeitscoach arbeitet. Als er beim Schulleiter Michael Müller nachgefragt habe, ob Barbara Ullmann für seine Schüler einen Workshop anbieten dürfte, habe dieser sofort sein Einverständnis gegeben.

„Ich bin erst seit diesem Sommer an der Schule. Die Offenheit für alternative pädagogische Konzepte hat mich sehr gefreut“, sagt Maas. Dass andere Schulen solche Workshops für ihre Schüler anbieten, sei ihm nicht bekannt. Dabei wäre das laut Ulmann sinnvoll: „Kommunikationskompetenzen begleiten uns unser ganzes Leben lang.“ Hans Maas: „Es ist wichtig, dass man die Schüler dabei so früh wie möglich fördert, damit sich Hemmungen erst gar nicht aufbauen.“

Teil des Workshops sind zum Beispiel Rollenspiele, bei denen die Schüler in eine Rolle schlüpfen, bei der sie zuerst selbstbewusst und dann eher ängstlich und unsicher auftreten sollen. Danach gibt’s die Nachbesprechung. Dabei können die anderen Schüler ansprechen, was ihnen aufgefallen ist. So lernen sie, dass viele Komponenten ein selbstsicheres Auftreten von einem unsicheren unterscheiden.

Eine Schülergruppe schrieb für das Rollenspiel eine Art Drehbuch. Dementsprechend spielte ein Schüler einen Polizisten, der einen mutmaßlichen Drogendealer kontrollierte. Dabei sollte der Polizist in der ersten Variante sehr bestimmend und selbstbewusst auftreten und der Verdächtige unsicher und zurückhaltend. In der zweiten Variante sollte es dann umgekehrt sein. So konnten Akteure und Zuschauer im Anschluss schildern und bewerten, worin sich das Auftreten unterschieden hat und wie es sich jeweils ausgewirkt hat.

Nach dem Ende des zweiten Workshop-Tages ziehen Hans Maas und Barbara Ullmann ein positives Resümee: „Es war toll zu sehen, wie sich die Schüler im Laufe des Workshops geöffnet haben.“

Zum Themendienst-Bericht vom 15. Februar 2017: Geradlinig wirken: Wer den Oberkörper aufrecht hält, zeigt damit, dass er zu sich und seiner Aussage steht. (Bild vom 15.02.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.) Foto: Kristin Kruthaup/dpa-tmn | Verwendung weltweit Foto: picture alliance / Kristin Kruth/Kristin Kruthaup

Von der Bühnenscheuheit am Anfang sei am Ende nichts mehr zu sehen gewesen. Hans Maas: „Die Schüler haben sichtlich an Selbstbewusstsein gewonnen.“ Das zeige, dass sie die Schüler erreichen konnten, freut er sich.