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Was eine Demonstration mit französischem Savoir-Vivre zu tun hat, zeigen in Trier die rund 100 Teilnehmer des Weißen Dinners.

Veranstaltung : Pariser Flair auf dem Viehmarkt

Was eine Demonstration mit französischem Savoir-Vivre zu tun hat, zeigen in Trier die rund 100 Teilnehmer des Weißen Dinners.

Die Geschichte beginnt – wie soll es auch anders sein –  in der Welthauptstadt des entspannten Genießens, Paris.

Hier trifft sich in den glorreich-hedonistischen 1980er Jahren zum ersten Mal eine ganz in Weiß gekleidete Geburtstagsgesellschaft zu einem Picknick im Park Bois de Boulogne. Es war die Zeit der Farben-Motto-Partys, diesmal sollte eben alles ganz in Weiß erstrahlen. Von dort aus tritt die Idee einen Siegeszug um die ganze Welt an, bis schließlich 2014 Georg Heinen sie für Trier aufnimmt.

Auf dem Viehmarkt treffen sich seitdem immer am ersten Augustsamstag die Feierfreudigen zum Social-Dining, wie das in Zeiten von Facebook nun heißt.

Weiße Kleidung, weiße Tischdecken, weißes Essen:  Alles soll in der Farbe der Unschuld erstrahlen, und das tut es auch. Rund 100 Teilnehmer bringen ihre eigenen Stühle, Tische und Picknickkörbe (gerne auch elektrische Kühltaschen) mit und schlemmen.

Es ist ein Querschnitt der Bevölkerung vom Studenten bis zum Firmenboss zu bestaunen, viele Passanten machen Fotos, als die Sonne den Viehmarkt bestrahlt. Kein Fitzelchen Müll bleibt zurück, jeder nimmt seine Abfälle wieder mit. Und damit auch behördlich und versicherungstechnisch in Deutschland alles seine Ordnung hat, muss das Diner en Blanc als Demonstration angemeldet werden: „Für das Recht auf gutes Essen in Weiß!“ Ein Schelm, der Böses dabei denkt.