1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Was in Triers Schulen auf den Tisch kommt

Was in Triers Schulen auf den Tisch kommt

16 Trierer Schulen werden von vier Caterern mit fertigen Mittagessen beliefert. Beschwerden seien Einzelfälle, denen das Schulamt sofort nachgehe, sagt Schuldezernentin Angelika Birk. "Bisher konnten alle Konflikte schnell und gütlich bereinigt werden."

Trier. Die warme Mahlzeit am Mittag liefert Ganztagsschülern Energie und vermittelt Esskultur. Aber wie sehen die Mittagsmenüs aus, mit denen sich viele Schulen beliefern lassen?
Als im September mehr als 10 000 Menschen, vor allem Jugendliche und Kinder, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin an Magen-Darm-Infekten erkrankten und das ermittelnde Robert-Koch-Institut einen Zusammenhang mit dem Essen in Schulen und Kitas bestätigte, wurden Qualität, Zubereitung und Lieferung der Mittagsmenüs bundesweit zu äußerst gefragten Themen.

Die Regeln: Auch Trierer Ganztagsschulen geben ihren Schülern Mahlzeiten, die Caterer fertig gekocht geliefert haben. Die Regeln dieser Praxis definiert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in seinen "Qualitätsstandards für die Schulverpflegung": Die Warmhaltezeit zubereiteter Speisen soll "idealerweise" auf 30 Minuten minimiert werden, mehr als drei Stunden seien "inakzeptabel". Für gegartes Gemüse und kurz gebratene Komponenten beträgt die Warmhaltezeit maximal zwei Stunden. Die Temperatur der Mittagessen darf 65 Grad nicht unterschreiten.
Die Caterer: 16 Schulen werden in Trier mit Mittagessen beliefert, davon neun vom selben Caterer. Die übrigen sieben Schulen werden von drei weiteren Anbietern beliefert. Ein Anbieter für neun Schulen - hier wird die Einhaltung der Warmhaltezeiten zur logistischen Herausforderung.
Schuldezernentin Angelika Birk erläutert die Lage auf Anfrage des TV: "Die Warmhaltezeiten werden nicht überschritten, da die Auslieferung mit drei Fahrzeugen erfolgt. Der Caterer verpflichtet sich auch per Vertrag an die Einhaltung der EU-Hygienevorschriften, deren Einhaltung in regelmäßigen Abständen von internen und externen Lebensmittelkontrolleuren überprüft wird."
Die Essensausgabe an den Schulen laufe in der Regel in maximal zwei Durchgängen bis 13 Uhr, erklärt die Dezernentin. "Die vorgeschriebene Warmhaltezeit wird zu keinem Zeitpunkt überschritten."
Für die Temperaturkontrolle der Menüs verfüge der Caterer über spezielle Messthermometer, so Angelika Birk. "Das Essen wird vor der Ausgabe von dafür geschultem Ausgabepersonal auf Einhaltung der vorgeschriebenen Temperatur kontrolliert." Darüber werde Buch geführt, so Angelika Birk.

Die Ausschreibungen: Öffentliche Ausschreibungen gehen in vielen Fällen an den Interessenten mit dem günstigsten Angebot. Trifft das auch auf die Trierer Schulessen zu? Birk: "Der Auftrag wurde im Rahmen einer EU-Ausschreibung vergeben." Die Leistungsbeschreibung zur Lieferung von Schulmittagessen sei umfangreich: So spielen Erfahrung, Referenzen, die Einhaltung des Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der EU-Hygienevorschriften ebenso eine Rolle wie der Preis.
Die Dezernentin räumt ein: "Stimmt bei allen Anbietern das Preis-Leistungs-Verhältnis gleichermaßen, ist der letzte Entscheidungsfaktor dann der Preis." Der Caterer, der neun Trie rer Schulen beliefert, sei nicht der günstigste gewesen, habe aber alle Punkte der Leistungsbeschreibung "zur vollsten Zufriedenheit" erfüllt.

Die Kontrollen: Klagen über das Mittagessen, so die Schuldezernentin, kommen in Einzelfällen vor. Dabei gehe es allerdings oft um die Frage, was den Schülern schmeckt. Birk: "Häufen sich die Klagen, geht das Schulamt der Sache bis zur Beseitigung der Mängel nach."
Die Sachbearbeiter des Schulamts besuchen die betroffene Schule, überprüfen die Ausgabe der Menüs und essen mit. "Auch Eltern werden in solchen Fällen zu Probeessen eingeladen." Die Lebensmittelkontrolleure des Ordnungsamts überprüfen die Lage ebenfalls. In Konfliktfällen finden Gespräche mit den jeweiligen Essensausschüssen an den Schulen und den Caterern statt. Mit dieser Methode "konnten bisher alle Konflikte schnell und gütlich bereinigt werden".

Die Kosten: Das Mittagessen in den Ganztagsschulen kostet jährlich 900 000 Euro, sagt Angelika Birk. Zieht man davon den elterlichen Eigenanteil und die verschiedenen Förderungen ab, verbleiben 420 000 Euro zulasten der Stadtkasse.