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Was lange währt, wird endlich gut

Was lange währt, wird endlich gut

TRIER-EHRANG. Acht Jahre dauerten die Sanierungs- und Restaurationsarbeiten mitten im Ortskern an. Nun war es soweit. Das fertiggestellte so genannte Haus Briel (Baujahr 1593 auf Bauresten aus dem 15. Jahrjundert) in der Niederstraße 1 wurde geladenen Gästen in seiner ganzen Schönheit vorgestellt.

Zuletzt war das Gebäude im Erdgeschoss als Metzgerei genutzt worden, bis das Geschäft vor etwa 16 Jahren schloss. Räume im Obergeschoss standen bereits jahrzehntelang leer. Nach dem Namen der Metzgersleute, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts das Gebäude erwarben, rührt der Name Haus Briel her. Der Butzweiler Stukkateurmeister und Restaurator im Handwerk, Pasquale Buccio, kaufte 1996 das Gebäude. Nach intensiven, denkmalpflegerischen Untersuchungen entsprang bei Buccio der Wunsch, das abgewohnte Haus "wieder herzustellen, wie es war".Unterstützung von Land und Stadt

Zwar wurde Buccio mit kommunalen Fördergeldern und Landesmitteln sowie der Trier-Gesellschaft unterstützt, wie der Chef des Denkmalpflegeamtes, Rainer Thelen, berichtet. Was Buccio in die Restaurierung des Kleinods investiert hat, möchte der Stukkateurmeister und Vater von vier Kindern nicht öffentlich machen. "Vor allem viel Zeit", bestätigt Ehefrau Ulrike. In der Tat dauerten die Arbeiten acht Jahre. Bei einem Gang durch das viergeschossige Haus wurde mehr als deutlich, dass eine fachlich versierte und detailgenaue Hand das Haus zu einem Schmuckstück werden ließ. Hauptattraktion: Freigelegte gotische Wandmalereien in einigen Innenräumen. Man habe Glück gehabt, dass in den vergangenen 300 Jahren im Haus wenig verändert wurde, meinte Buccio. Erhalten sind beispielsweise die Original-Holzdecken und -Holzböden, eine so genannte Kölner Stuckdecke oder eine Takenplatte, die einen Wohnraum durch den nebenan gelegenen Kamin wärmte. Möglicherweise sei das Haus früher ein wichtiges öffentliches Gebäude gewesen. Lob von der Denkmalpflege

Eine von außen sichtbare Wölbung im zweiten Stock deute auf einen zweiten, hochliegenden Eingang zu einem Raum, der mit barocker Malerei repräsentativen Zwecken gedient haben könnte, erläuterte Thelen. Der Denkmalpfleger äußerte sich überaus lobend über die Zusammenarbeit mit Buccio, der "in selbstloser Weise" das historische Haus instandgesetzt und die Vorgaben der Denkmalpflege mehr als erfüllt habe. Wie Buccio das Gebäude zukünftig nutzen will, steht noch nicht genau fest. "Wahrscheinlich als Geschäftsräume und Kunsträume, in denen Kunstausstellungen stattfinden können."