Was machen wir, wenn wirklich mal etwas Großes in Trier passiert?

Ihre Meinung : Was machen wir, wenn wirklich mal etwas Großes in Trier passiert?

Winterdienst

Zu Berichten über die Folgen des Wintereinbruchs Ende Januar in Trier und Umgebung:

Im Trierischen Volksfreund vom 8. Januar hieß es: „Winterdienst – Der Winter kann nach Trier und in den Kreis kommen“. Der Streudienst sei gut vorbereitet. Zum Beleg ein großer LKW mit Räumschild. Der Bürger fühlt sich also in guten Händen.

30. Januar 2019, nur 22 Tage später: Der Winter kommt, zum ersten Mal und mit Ankündigung durch den Wetterdienst. Mitten in der Nacht rappelt es vor meinem Haus in Kenn. Oh schön, die Gemeindemitarbeiter räumen Schnee. Gegen 7 Uhr fahre ich problemlos aus dem Dorf. Und da, da komme ich auf die Landesstraße. Massen von Schnee und Eis. Massen von überraschten und überforderten Fahrzeugführern. Von erfolgtem Schneeräumen nichts zu sehen.

Ich komme in die Großstadt Trier. Da ist der Schnee zwischenzeitlich zur Eisdecke zusammengefahren. Hier war anscheinend überhaupt gar kein Räumdienst unterwegs.

Trierischer Volksfreund, 1. Februar: Der Winterdienst sei auf überfrierende Nässe eingestellt gewesen, heißt es. Die Schicht habe um 5 Uhr begonnen. Das ist also gute Vorbereitung? Linienbus-Betrieb eingestellt. Trier und Umland lahmgelegt. Schulen geschlossen. An Uni und Arztpraxen fallen Termine aus.

Und einen Tag später kann man sich dann noch von Herrn Roth im Leitartikel des TV („Wer fährt im Winter am besten Auto?“) der Vollkasko-Mentalität bezichtigen lassen, wenn man einen funktionierenden Räumdienst erwartet. Nur komisch, früher ging das mit dem Schneeräumen. Vollkasko-Mentalität ist nicht angebracht, nicht einmal Teilkasko-Mentalität. Am besten nimmt man die Dinge selbst in die Hand mit guten Winterreifen, Allradfahrzeug und Schneeschaufel.

Wenn 10 Zentimeter Schnee zu viel sind, um rechtzeitig geräumt zu werden, damit die Leute zur Arbeit, die Schüler in die Schulen und die Studenten an die Uni kommen, was machen wir denn dann, wenn wirklich mal was Überraschendes, Großes, Schreckliches passiert? Auf einen kaputtgesparten Staat mit medial verbreiteten offenkundig unhaltbaren Versprechen hoffen?

Wilfried Plohmann, Kenn

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