Was sich in der Gastro-Szene rund um die Porta Nigra jetzt tut

Kostenpflichtiger Inhalt: Essen & trinken : In der Gastro-Szene rund um die Porta Nigra tut sich einiges

Von Überraschungs-Comebacks und Abschieden: In einer der beliebtesten Lagen Triers gibt es bald neue kulinarische Angebote.

Es gibt Gaststätten-Namen, die sich, auch wenn sie originell sind, nur schwer bis gar nicht durchsetzen. Zum Beispiel Theo. So heißt die Wirtschaft direkt am Porta-Nigra-Vorplatz seit 2008. Für viele Trierer blieb sie aber in all den Jahren das Sim. Das wird sie offiziell bald wieder. Und was die Vornamen der Pächter anbetrifft. muss man sich gar nicht erst umgewöhnen: Der derzeitige, Alex G. Kieffer (59), steigt zum Jahresende aus, und Anfang 2020 übernimmt Alexander Brittnacher (41). Ein, wie beide Seiten betonen, ganz friedlich-freundlicher Wechsel. Kieffer: „Ich möchte nicht mehr in der Gastronomie tägig sein, bleibe aber weiterhin im Immobilienbereich aktiv.“

Für Vornamensvetter Brittnacher wurde somit der Weg frei, sich einen „alten Wunsch zu erfüllen. Ich wollte eine Gaststätte in Top-Lage in der Altstadt. Jetzt bekomme ich eine in der besten Lagen – direkt an der Porta!“ Zudem eine, die er lange kennt: „In meiner Oberstufen-Schülerzeit am Technischen Gymnasium war ich oft dort. Für mich blieb es weiterhin das Sim.“ So soll es denn in Zukunft wieder heißen. Ein „Zurück zu den Wurzeln“ auch mit Blick auf die kulinarische Ausrichtung: Brittnacher will „klassische deutsche Küche mit Einflüssen aus Luxemburg und dem Elsass bieten“ und damit eine Marktlücke schließen: „Rinderroulade, Kalbsleber oder Nierchen sind in der Altstadt schwer zu finden.“

Nicht in Heiligkreuz, wo Brittnacher, geschäftsführender Gesellschafter des Alten Brauhauses, „beste Erfahrungen“ mit einem derartigen  Angebot macht: „Die Trierer laufen uns den Laden ein.“ Das Sim (jeweils 80 Plätze innen und auf der Terrasse) will er wieder zu einer Adresse für Einheimische machen. Am Interieur („Atmosphäre und Flair sollen erhalten bleiben“) seien keine großen Veränderungen geplant; der Raucherbereich in der unter Denkmalschutz stehenden St.-Nikolaus-Kapelle hingegen werde ersatzlos abgeschafft.

Michael Stumpf (57), Vertriebsleiter Südwest der Bitburger Braugruppe, spricht von einer „wunderbaren Nachfolgelösung. Es gab viele Bewerber. Alex Brittnacher hat das beste Konzept geliefert und uns überzeugt.“ Der neue Mietvertrag läuft ab Mitte Januar. Bis zur Eröffnung werden dann aber wohl noch einige Wochen ins Land gehen. Brittnacher: Wir werden offiziell starten, wenn das Team eingespielt ist.“

Sein zweites Altstadt-Standbein will der aus Taben/Saar stammende 41-Jährige weiter betreiben: Nach der „super-erfolgreichen Premierensaison“ soll der City Beach auf der Karstadt-Dachterrasse im kommenden Mai ins zweite Jahr gehen.“

Wenn Theo „abdankt“, ist direkt in der Nachbarschaft ein weiterer Name, mit dem sich viele Trierer nicht leicht tun, Geschichte. Mondo’s Kaffee-Hotel im altehrwürdigen Haus Christophel schließt bereits am 1. Dezember. „Sehr schweren Herzens“, heißt es auf der Facebookseite des Hotels mit Kaffeebar. „Die Gründe dafür sind mannigfaltig.“ Und wohl nicht zuletzt wirtschaftlicher Art. „Leider haben sich die Ziele nicht erreichen lassen. Wir verlieren einen tollen und verlässlichen Partner“, bedauert Hanns Rendenbach (62), Geschäftsführer der Caspary-Vermögensverwaltungsgesellschaft, der die illustre Immobilie gehört. Auch im Christophel wird es weitergehen – mit einem Konzept, das man dort nicht unbedingt erwartet hätte. „Es wird ein China-Restaurant, und zwar ein ganz besonderes, wie es noch keines in Trier gibt“, kündigt Rendenbach an. Neue Pächterin (auch des Hotels) wird Xia Zhang, die in Trier-Tarforst in Uni-Nähe bereits das Restaurant Great Wok betreibt. Vis-à-vis der Porta werde es „gehobene und frische chinesische Küche“ geben. Laut Rendenbach werde sich Innengestaltung des Hauses Christophel entsprechend verändern.

Bis Ende Dezember läuft der Vertrag von Mondo-Geschäftsführer Alfons Schramer. Der finale Monat soll dazu genutzt werden, das komplette Interieur zu verkaufen. Von Januar bis März stehen Umbauarbeiten auf dem Programm. Für April sei die Wiedereröffnung unter neue Ägide geplant.

Das Foto zeigt das Mondo’s Kaffee-Hotel, das vor gut drei Jahren gestartet und bald schon wieder Geschichte ist: Ins altehrwürdige Haus Christophel zieht 2020 ein China-Restaurant. Foto: Roland Morgen
Da war‘s noch geschlossen. Jetzt ist das Bistro-Café Täglich nach vierwöchiger Überraschungspause wieder geöffnet. Foto: Roland Morgen

Und von noch einer Gaststätte mit nicht so ganz durchsetzungsfähigem Namen und zudem ganz in der Nähe von Theo/Sim und Mondo’s Café Hotel/Christophel gelegen, gibt es Berichtenswertes: Das Café Täglich, im Volksmund immer noch hartnäckig Bit an der Porta genannt, war vier Wochen lang geschlossen. Aus offiziell unbekannten Gründen. Gemunkelt wurde von Problemen mit der Konzession. Sollte es tatsächlich so gewesen sein, sind diese wohl behoben. Seit Freitag ist das Täglich wieder geöffnet, und zwar täglich. Auf TV-Anfrage will sich Betreiber Harald „Harry“ Schenk (50) nicht weiter über die Gründe der Zwangspause äußern, sondern richtet nach dem Überraschungs-Comeback den Blick nach vorn: „Wir freuen uns sehr, dass wir wieder da sind. Und unsere Stammgäste sind ebenfalls glücklich.“