Stadtentwicklung: Was sind die heimischen Vereine der Stadt Schweich wert?

Stadtentwicklung : Was sind die heimischen Vereine der Stadt Schweich wert?

Die Förderanträge des Sportvereins Mosella und der Benin-Hilfsorganisation „Brücke Schweich-Kaboua” sorgen für kontroverse Diskussion im Ausschuss.

Zwei Bittgesuche von Vereinen haben im Haupt- und Finanzausschuss in Schweich eine Grundsatzdebatte darüber ausgelöst, wie die Stadt mit Förderanträgen von Vereinen umgehen soll.

Der Sportverein TuS Mosella Schweich hatte beantragt, die Stadt Schweich möge Kosten von knapp 8000 Euro brutto für die Ausleuchtung eines Weges  übernehmen. Es handelt sich um die Strecke vom Sportplatz in Alt-Schweich zu einem Parkplatz auf dem ehemaligen Readymix-Gelände unweit der Autobahnbrücke. Diesen Parkplatz benutzen Sportplatzbesucher vermehrt, seit ein Halteverbot in der Mathenstraße gilt und die wenigen Einstellplätze am Winzerkeller meist von Bewohnern der angrenzenden neuen Mehrfamilienhäuser besetzt sind.

Johannes Lehnert (FWG) und Achim Schmitt (SPD) plädierten für eine Drittel-Förderung. So behandele die Stadt auch andere Vereine. Beide sagten, es dürfe nicht zu einer „Schieflage” bei der Vereinsförderung kommen. Es gebe schon Vereine, die sich beschwert hätten. Nils Reh und Beigeordneter Engelbert Meisberger (beide CDU) hielten eine höhere Förderung für die Mosella, den größten Verein in Schweich, gerechtfertigt. Schließlich einigte sich der Ausschuss auf einen Kompromiss: Die Hälfte der Nettokosten der Beleuchtung soll übernommen werden, das sind rund 3300 Euro.

Noch nicht entschieden wurde über den Antrag des gemeinnützigen Vereins „Brücke Schweich-Kaboua”, der humanitäre Projekte in Benin (Afrika) unterstützt. Der Bau einer Schule in Kaboua wurde bereits durch zahlreiche Spenden aus der Pfarreiengemeinschaft Schweich gefördert (der TV berichtete). Der neue Verein möchte Kinder von der Straße in die Schule holen, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Für Waisenkinder werden Internatsplätze eingerichtet.

Handelt es sich hierbei um einen Vereinszuschuss oder doch um eine freiwillige Ausgabe (Spende), die von der Kommunalaufsicht genehmigt werden muss? Im Ausschuss herrschte Klärungsbedarf. Die Mitglieder beschlossen, die Stadt Schweich möge Mitglied im Förderverein werden und sich mit der Vereinssatzung vertraut machen. Bei konkreten Projekten oder Fördergesuchen soll dann von Fall zu Fall über eine mögliche finanzielle Unterstützung entschieden werden.

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