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Was tun, wenn das Hochwasser die Heizung zerstört hat? Fachleute geben Tipps

Hochwasser : Flutopfer sorgen sich um Heizanlagen

In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten ermittelt die Energieagentur Rheinland-Pfalz derzeit den Bedarf.

 Die verheerende Flut an Sauer und Kyll im Juli dieses Jahres hat Schäden in Millionenhöhe an öffentlichem und privatem Eigentum hinterlassen. Vor allem die Zerstörung ihrer Heizungsanlagen treibt derzeit vom Hochwasser betroffene Hausbesitzer um.

Viele stellen sich die Frage, wie sie angesichts fehlender Facharbeiter und knapper Materialien bis zum Beginn von Herbst und Winter zu einer funktionierenden Heizung kommen können.

Was ist bei der Beschaffung zu beachten? Welche gesetzlichen Regelungen gelten? Ist die alte vielleicht doch noch zu retten, wenn auch nur provisorisch? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Das sind alles Fragen, die es zu beantworten gilt.

Die Verbandsgemeinde Trier-Land hatte in Kooperation mit der Energieagentur Rheinland-Pfalz und der Wirtschaftsförderung im Kreis Trier-Saarburg zu Informationsveranstaltungen in Kordel und Langsur eingeladen. Im Mittelpunkt stand der Gedanke, den vom Hochwasser Betroffenen Lösungsvorschläge für eine möglichst zeitnah umzusetzende Wärmeversorgung an die Hand zu geben. Vor Ort standen Vertreter der Innungen und der Energieagentur den Ratsuchenden Rede und Antwort.

Michael Holstein und Landrat Günther Schartz betonten die Dringlichkeit des Themas, da vor der einsetzenden Heizperiode in vielen Haushalten eine Lösung gefunden werden müsse. Beide bekräftigten, dass die Verwaltungen wo möglich unterstützend zur Seite stehen würden. Michael Hauer, Geschäftsführer der Energieagentur, wies darauf hin, dass es keine einheitliche Lösung geben könne. Für individuelle Bedarfe gebe es individuelle Lösungen. Für diese Bedarfsermittlung wurde ein Fragebogen erstellt, den Betroffene sich auf der Homepage der Verbandsgemeinde herunterladen können sowie bei den Ortsbürgermeistern der Ortsgemeinden Kordel, Langsur und Ralingen erhältlich ist. Matthias Baro, Sanitär-Heizung-Klima-Innung, betonte, dass es aufgrund der hohen Auslastung des Handwerks und der Materialknappheit notwendig sein könnte, zunächst provisorische Lösungen ins Auge zu fassen. Eine Erstberatung durch den zuständigen Schornsteinfeger und durch den betreuenden Heizungsbauersei sinnvoll. Eine Einschätzung, die Obermeister Klaus Kwiatkowski, Schornsteinfeger-Innung, unterstrich. Weiter gab er zu bedenken, dass jetzt Gelegenheit wäre, Alternativen zu Ölheizungen zu überdenken.

Müsse der Estrich entfernt werden, könne man auch eine Flächenheizung verlegen, sagte Kwiatkowski. Eindringlich warnte Baro zum Abschluss vor der Nutzung von Gaskatalyt-Heizgeräten in geschlossenen Räumen. Neben der gesundheitlichen Gefährdung bestehe auch akute Brandgefahr.

Hilfestellung und Beratung rund um die Wiederherstellung der Wärmeversorgung bietet die Energieagentur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit dem SHK Fachverband Rheinland-Rheinhessen und der Pfalz, den Schornsteinfeger-Innungen, den Handwerkskammern, den Kommunalen Spitzenverbänden und der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: https://www.energieagentur.rlp.de/service-info/wiederaufbau-flutgebiete