Was tun, wenn Kunden wegbleiben?

Was tun, wenn Kunden wegbleiben?

TRIER. Wie gründen wir ein Fitness-Studio und halten es am Laufen? Dieser Aufgabe stellten sich fünf Studententeams aus Trier, Luxemburg und Saarbrücken beim "Gründercup Interregional". Sie kämpften in einer Simulation um Marktanteile.

Passend zum Planspiel einer Unternehmensgründung hatten die Organisatoren den Trierer Wissenschaftspark für ihre Simulation ausgewählt. "Hier auf dem Petrisberg sitzen Gründer. Von daher findet sich hier das entsprechende Ambiente", sagte Andreas Bladt, Projektleiter am Institut Universitaire International Luxembourg (IUIL), das den Gründercup mitorganisiert hatte.Zwei Tage getüftelt

26 Studierende der Uni Luxemburg, der Universität des Saarlandes und der Fachhochschule (FH) Trier traten hier gegeneinander an. Sie hatten sich bei regionalen Entscheiden an den jeweiligen Hochschulen für das Aufeinandertreffen qualifiziert. Die fünf Gruppen tüftelten zwei Tage lang an ihrem Business-Plan für ein imaginäres Fitness-Studio und spielten im Zeitraffer mithilfe einer Simulationssoftware die ersten anderthalb Jahre ihres neu gegründeten Unternehmens durch. Dabei erwarteten die Teilnehmer sechs Szenarien, auf die sie als Firmeninhaber reagieren mussten. Mal boomte das Fitness-Studio, dann nahm die Nachfrage wieder ab. Das Personal fluktuierte oder die Zahlungsmoral ihrer Kunden ließ nach. "Nach jeder Phase treffen sich die Teams. Dann wird die Wettbewerbssituation dargestellt und geschaut, wer welche Marktanteile besitzt", erklärte Andreas Bladt. Am Ende gewann in einem Kopf-an-Kopf-Rennen das Team "Fitfactory", Informatikstudenten der Uni Luxemburg, vor der "Fit & Fun Company" der Universität des Saarlandes. "Das Spiel macht sensibel für die alltäglichen unternehmerischen Abläufe", sagte Andreas Bladt über das Ziel der Veranstaltung. "Der Gründergeist soll stimuliert werden. Gerade bei den Hochschulabsolventen erwarten wir für Gründungen ein noch größeres Potenzial." Für Sarah Pulvermüller, die gerade ihr BWL-Studium an der Universität des Saarlandes beendet hat, ist die Selbstständigkeit "bei der derzeitigen Beschäftigungslage eine Alternative". Aus der Veranstaltung habe sie unternehmerisches Denken mitgenommen: "Das Studium ist theorielastig, die Simulation hier sehr praxisnah. Außerdem ist es schön, dass sich hier international Studenten kennen lernen." Aus der Perspektive des Arbeitgebers

Gerard Wagener, Informatikstudent und Teilnehmer des Siegerteams, ist sich zwar nicht sicher, ob er sich selbstständig machen wird. Dennoch habe die Simulation ihm etwas gebracht: "Wir als Techniker haben keine Ahnung von unternehmerischen Entscheidungen. Hier konnte ich einmal die Perspektive des Arbeitgebers einnehmen." Organisiert wurde der "Gründercup Interregional" von der Technologie-Transferstelle an der Universität des Saarlandes, der FH Trier und dem IUIL. Gemeinsam sind sie im EU-geförderten Projekt "Courage" vertreten, an dem weitere Institutionen beteiligt sind (siehe Hintergrund). Der Gründercup ist die erste Initiative des interregionalen Projekts. Doch es soll nicht der letzte gewesen sein, erklärte Constanze Chwallek, Pro-Dekanin der FH Trier: "Wir werden die Veranstaltung auch in den nächsten Jahren anbieten und wechseln beim Veranstaltungsort zwischen den REgionen ab."