Was verursacht den Geruch, der krank macht?

Trier · Seit Jahren klagen Mitarbeiter und Studenten über Geruchsbelästigungen im Hochtrakt der Universität auf dem Petrisberg. Nachdem immer mehr Krankheitssymptome gemeldet wurden, soll nun intensiv nach den Ursachen gesucht werden.

Trier. Atembeschwerden, Hautreizungen und Unwohlsein sind die Symptome. Zwar gibt es Beschwerden über einen unangenehmen Geruch im Gebäude des ehemaligen französischen Hospitals auf dem Petrisberg bereits seit 2009. Die Meldungen über gesundheitliche Beeinträchtigungen häufen sich aber seit 2011. Mit dem Beginn der Hitzewelle in diesem Sommer haben sie einen Höhepunkt erreicht (TV vom 17. Juli).Wie Uni-Präsident Michael Jäckel gestern bei einer Informationsveranstaltung mitteilte, wurde inzwischen sogar ein Vortragsraum geschlossen, nachdem dort alle Seminarteilnehmer über gesundheitliche Beschwerden geklagt hatten. "Wir werden nun kurzfristig, kontinuierlich und nicht mehr in Abhängigkeit von einzelnen Meldungen handeln und das Gebäude vollständig untersuchen." Unter anderem soll das gesamte Belüftungs- und Entlüftungssystem der Immobilie überprüft werden, die seit 2003 für Lehr- und Forschungszwecke genutzt wird. Nach Aussage von Reinhard Simon, Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung - die LBB ist Eigentümer der Liegenschaft -, sind in den vergangenen Jahren 220 000 Euro in Raumluftuntersuchungen und einzelne Maßnahmen investiert worden. Weil diese aber nicht zum Erfolg führten, hat der Personalrat der Universität beim Finanzministerium eine Dienstaufsichtsbeschwerde gestellt. "Die Leute hier fühlen sich nicht ernst genommen", begründete Personalratsmitglied Maria Kiefer-Koltes diese Vorgehensweise. "Es geht hier nicht um Gerüche, sondern um Dinge, die krank machen." Auch Uni-Präsident Jäckel unterstützt mittlerweile die Aufsichtsbeschwerde, weil sie die große Bedeutung des Problems dokumentiere.LBB-Chef Simon zeigt für die besorgten Äußerungen der Mitarbeiter Verständnis. "Wir wollen, dass Sie in sicheren Räumen arbeiten. Wenn wir die Ursache kennen, wird sie sofort beseitigt. Kosten werden dabei kein Problem sein." Zwar habe es bereits Raumluftmessungen gegeben, mit denen nach sehr leicht flüchtigen Substanzen gesucht worden sei. "Wir haben aber offensichtlich das Falsche und zur falschen Zeit gemessen."Das soll sich nun ändern, weshalb seit Anfang Juli auch ein Ingenieur des Landesbetriebs täglich in dem Hochtrakt als Ansprechpartner bereitsteht, um mögliche Geruchsquellen zu finden. Bekannt ist derzeit lediglich, dass es sich tatsächlich bei allen Beschwerden um einen einheitlichen Geruch handelt. Der Uni-Präsident hat dessen Beseitigung ebenso zur Chefsache erklärt wie LBB-Niederlassungsleiter Simon. In einer Fachgruppe wird nun das weitere Vorgehen abgestimmt. Mitglieder sind Universität, LBB, Personalrat und unabhängige Experten. r.n.volksfreund.de/trierExtra

Die Ursache für die krank machenden Gerüche im Campus II ist noch nicht bekannt. Um ihnen auf die Spur zu kommen, ist die Mithilfe der Mitarbeiter und Studenten notwendig. Unter Telefon 201-2100 sollen Beeinträchtigungen umgehend gemeldet werden. Sie werden an die Task Force weitergereicht: Deren Ziel ist die schnelle Beseitigung des Problems. r.n.