Kostenpflichtiger Inhalt: Einzelhandel : Wasgau-Markt in Welschbillig schließt

In einer Versammlung am Mittwoch im Gemeindehaus diskutieren die Bürger über alternative Versorgungsmöglichkeiten im Ort. Rewe ist heißer Kandidat für die Neuansiedlung eines Supermarkts.

Es ist eine schockierende Nachricht für die große Eifelgemeinde Welschbillig (2630 Einwohner): Am Jahresende schließt das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort, der Wasgau-Markt in der Hauptstraße. Man könne den Markt „gemäß der Wasgau-Philosophie nicht mehr zukunftsorientiert und wirtschaftlich betreiben“, begründet das Unternehmen mit Sitz in Pirmasens die Schließung. Den zwölf Mitarbeitern wurde angeboten, in umliegende Wasgau-Märkte zu wechseln. Von den 75 Super- und Verbrauchermärkten der Kette befinden sich sieben in der Region Trier (siehe Info).

Wasgau hat den Mietvertrag für das Geschäft in Welschbillig fristgerecht zum Jahresende gekündigt. Das bestätigt Vermieter Jürgen Roth. Ihm sei schon klar gewesen, dass der relativ kleine Markt aus Rentabilitätsgründen irgendwann aufgegeben werden könnte, sagt Roth. Dennoch sei die Kündigung überraschend gekommen. Am 20. September habe Wasgau die Mitarbeiter in Welschbillig informiert, einen Tag später sei der Mietvertrag gekündigt worden.

Mit einer Verkaufsfläche von rund 450 Quadratmetern und einer vergleichsweise bescheidenen Lagerkapazität entspricht die Wasgau-Filiale in Welschbillig nicht mehr der Vorstellung von einem modernen Vollsortimenter. Dennoch ist der Markt bei den Bürgern sehr beliebt. Kundin Ulrike Schneider aus Welschbillig: „Ich bedaure die Schließung sehr. Hier kann man nicht nur frische Sachen einkaufen, der Markt ist auch als Kommunikationsort für viele Bürger sehr wichtig.”

Was Wasgau vorschwebt, das zeigt der kürzlich eröffnete Markt in Hermeskeil. Er hat eine Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern. Integriert ist das Gastrokonzept „Himmel und Herd”. Laut Wasgau gibt es allein in der Weinabteilung rund 1000 Weine aus Deutschland, unter anderem von der Mosel.

Er habe die Hoffnung gehabt, dass der Wasgau-Markt so lange bestehen bleibe, bis ein neuer Markt in Welschbillig eröffnet werde, sagt Welschbilligs Ortsbürgermeister Dieter Bretz. Er hat für Mittwoch, 20. November, 19 Uhr, zu einer Bürger­information in das Gemeindehaus eingeladen. Dort will er über den aktuellen Stand in Sachen Lebensmittelmarkt und Neubaugebiet „Ritten 2” informieren. Auch soll darüber diskutiert werden, wie die Zeit bis zu einer möglichen Neuansiedlung (im Gespräch ist Rewe) überbrückt werden kann. Bretz: „Wir wollen Zwischenlösungen finden. Insbesondere ältere und nicht mobile Mitbürger sollen weiterhin die Möglichkeit haben, sich mit Lebensmitteln zu versorgen.” Rollende Märkte und ein Bustransfer zu Läden in der Umgebung (Kordel, Bitburg, Irrel) sind zwei mögliche Ansätze.

Dem Ortschef ist es wichtig, dass sich Welschbillig in den Punkten Baugebiet, Lebensmittelmarkt und Wohnen im Alter zukunftsorientiert aufstellt und den Weg dorthin Gemeinsam geht: „Uns allen muss bewusst sein, dass noch ein langer Weg bis zur Realisierung vor uns liegt und dass noch viel passieren kann. Deshalb benötigen wir Einigkeit in der Gemeinde.”

Zuletzt habe es viele Gerüchte gegeben über potenzielle Investoren, versäumte Chancen und mögliche Entscheidungen in Nachbargemeinden. In Newel wird schon seit Jahren über die Ansiedlung eines größeren Supermarkts im Gewerbegebiet an der B 51 diskutiert.

Mehr von Volksfreund