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Wasser marsch! - aber wer zahlt?

Wasser marsch! - aber wer zahlt?

Teileinigung im Löschwasserstreit: Das Jugendzentrum auf dem Wehrborn wird umgehend dafür sorgen, dass die Feuerwehr im Brandfall genügend Wasser zur Verfügung hat. Die Frage, ob die Umbaukosten von privater oder öffentlicher Seite getragen werden, bleibt offen.

Trier. Im Löschwasser-Streit zwischen der Cusanus-Trägergesellschaft Trier und dem Zweckverband Wasserwerk Trier-Land hat es in einem Punkt eine Einigung gegeben: Umgehend soll für eine ausreichende Löschwasserversorgung auf dem Gelände des Jugendzentrums "Haus auf dem Wehrborn" bei Aach gesorgt werden.

Denn wenn es brennt und es fehlt der Feuerwehr an Wasser - darüber waren sich gestern alle Beteiligten im Sitzungssaal II des Verwaltungsgerichts Trier einig - dann besteht neben der Gefahr für Leib und Leben der dort lebenden Menschen auch das Risiko, dass die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit nicht für den Schaden aufkommt.

In enger Abstimmung mit dem Zweckverband wird nun der private Träger dafür sorgen, dass das hauseigene Schwimmbad im Brandfall "angezapft" werden kann und ein unterirdischer Wassertank mit Zuleitungen eingebaut wird (Kosten rund 150 000 Euro). Die Feuerwehr soll flächendeckend Zugriffsmöglichkeiten auf dem Wehrborn-Gelände bekommen. Brandschutzrichtlinien gehen von einer benötigten Wassermenge von 1600 Litern pro Minute für einen Zeitraum von zwei Stunden aus.

Streitpunkt bleiben allerdings die Kosten. Die Cusanus-Trägergesellschaft zeichnet verantwortlich für den Bau und die Zwischenfinanzierung, beharrt aber darauf, dass der Wasser-Zweckverband die Pflichtaufgabe der Wasser- und Löschwasserversorgung übernehmen muss - auch wenn es sich wie beim "Haus auf dem Wehrborn" um einen Außenbereich handelt. "Die Verantwortlichkeit der öffentlichen Hand hört ganz klar an der Grundstücksgrenze auf", sagt dagegen Zweckverbands-Anwalt Paul Henseler.

Bemühungen des Vorsitzenden Richters Reinhard Dirkes, die Kontrahenten bei der Kostenfrage zu einem Kompromiss zu bewegen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Jetzt könnte es auf eine erneute Klage hinauslaufen, denn Wehrborn-Anwalt Thomas Kreutz kündigte an, einen öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch geltend machen zu wollen.