"Wasser marsch" von unten und oben

"Wasser marsch" von unten und oben

Trier-Ruwer/Waldrach . "Aller schlechten Dinge sind drei" – dieses Motto gilt derzeit für die Einsatzkräfte des Wasserwerks Ruwer. Seit Freitag gab es gleich drei Wasserrohrbrüche im Ruwerer Fischweg, und zu allem Überfluss kam auch noch in der Nacht zum Dienstag ein Rohrbruch im Bereich "Auf Schwarzfeld" hinzu.

"Schon lange sind die Zeiten vorbei, dass Rohre nur nach einem frostigen Winter brechen, wenn Tauwetter einsetzt", räumt der Wassermeister der Verbandsgemeinde Ruwer, Arnold Jakoby, mit einem alten Vorurteil auf. Inzwischen sind die Reparatur-Trupps des Wasserwerks Ruwer das ganze Jahr über im Einsatz - seit vergangenem Freitagabend allein dreimal in Ruwer. Wettlauf mit der Zeit

Die jüngste "Serie" begann mit einem Rohrbruch im Fischweg. "Wir hatten am Freitag das erste Leck gerade repariert und den Druck wieder erhöht, als es ein paar Meter weiter wieder anfing zu sprudeln" erklärt Arnold Jakoby. "Und das bei so einem Regenwetter am Wochenende." Der Trupp musste also am Samstag wieder im Fischweg aufgraben und erneut nach Lecks suchen. Durch den hohen Druck von bis zu zehn Bar in den Trinkwasserleitungen muss die Ursache besonders schnell bekämpft werden. Sonst läuft man nicht nur Gefahr, dass kostbares Trinkwasser ungenutzt im Untergrund versickert. Durch den Druck kann auch die Straße unterspült werden und es können zum Beispiel schwere Fahrzeuge wie Busse einsinken. "Wasseralarm" gab es auch am gestrigen Dienstagmorgen. Nach der Meldung, in der Straße "Auf Schwarzfeld" komme klares Wasser aus der Straße, stand der Trupp mit Wassermeister Arnold Jakoby und Wasserwart Elmar Melein erneut in den Startlöchern. Um ein weiträumiges Aufgraben zu vermeiden, wurde das Leck im metertiefen Untergrund durch ein Messgerät geortet. "Wünschelruten sind dafür ungeeignet", meinte Jakoby, der trotz aller Probleme seinen Humor nicht verlor. Dann folgte wie üblich die Information der Anlieger. Vor allem Hausfrauen waren dankbar, dass ihnen nicht unvorbereitet am Vormittag plötzlich das Wasser zum Kochen für zwei oder mehr Stunden abgedreht wurde. Nach dem Aufgraben gab es Entwarnung. Obwohl durch den Straßenzug "Auf Schwarzfeld" die 150 Millimeter starke Trinkwasser-Hauptleitung zwischen der Riveris-Talsperre und dem Hochbehälter Ruwer verläuft, konnte Wasserwart Melein mit einer Reparaturschelle das Leck im laufenden Betrieb abdichten. Bagger- und Teerarbeiten am teuersten

"Die Schelle ist mit rund 180 Euro vergleichsweise billig", erläutert Melein, während er mit seiner gelben Gummihose im Loch steht und die letzten Muttern festzieht. "Teurer sind die Bagger- und Teerarbeiten, die hier mit schätzungsweise 1000 Euro zu Buche schlagen." Und natürlich wolle man vermeiden, dass die Straße weiter unterspült wird. Über sie fährt unter anderem auch die Stadtbuslinie 30 in Richtung Ruwertal. Kurz vor Mittag ist das Loch schließlich abgedichtet, und es kann mit dem Zuschütten der Baugrube und mit den Teerarbeiten begonnen werden. Während es unten wieder dicht ist, heißt es von oben mit einsetzendem Regen wieder "Wasser marsch".

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