1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Wasserbillig verbannt Langzeitparker

Anwohnerparken : Wasserbillig verbannt Langzeitparker: Im neuen Jahr gibt es Knöllchen für Pendler

Künftig wird der Platz für Langzeitparker in Wasserbillig knapp. Denn in der Sauergemeinde wird Anwohnerparken eingeführt.

Unter dem Strich macht es keinen Unterschied, ob die Dauerparker in Wasserbillig stehen, weil sie in der Gemeinde arbeiten oder weil Autofahrer in der Sauergemeinde vom PKW auf den Zug wechseln (siehe Info). Fakt ist, dass nach Ansicht vieler Bürger zu viele Fahrzeuge in der Gemeinde herumstehen, die dort nicht hingehören. Dazu sagt Jérôme Laurent, Bürgermeister der Gemeinde Mertert-Wasserbillig: „Die Anwohner äußern seit geraumer Zeit ihren Unmut über die Parksituation in den Wohnstraßen.“ Dauerparker würden die Parkplätze ganztägig besetzen. Zudem habe sich auch die lokale Geschäftswelt über den akuten Parkplatzmangel für Kunden und Lieferanten beklagt. „Die Gemeindeverantwortlichen sahen sich deshalb in der Pflicht, nach Lösungen zu suchen. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies ein Teil der Lebensqualität für unsere Bürger ist.“

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die aktuelle Lage: Nach Auskunft des Bürgermeisters stehen 1027 Parkplätze im öffentlichen Raum in Wasserbillig zur Verfügung. 221 davon gehören der Gemeinde. Es sind jedoch 1665 Privatautos in Wasserbillig angemeldet.

Die Konsequenz dieser Ausgangslage ist ein Parkraumkonzept, dessen Auswirkungen bereits im Sommer eine erste Konsequenz hatten. Mehrere Parkplatze in der Hauptstraße (Grand Rue) zwischen altem Zoll und Bahnhof wurden zeitlich limitiert (der TV berichtete). Seitdem drohen Fahrzeughaltern Knöllchen, wenn das eigene Auto dort zu lange abgestellt wird. Diese Maßnahme ist jedoch nichts im Vergleich mit der Umstellung, mit der sich Pendler ab dem neuen Jahr auseinandersetzen müssen. Dem ab dem 1. Januar kann nur noch auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof und unweit der Tankstellen an der Autobahn unbegrenzt geparkt werden kann. Ein weiterer öffentlicher und zeitlich unlimitierter Parkplatz befindet sich in Mertert.

Wer gegen das neue Parkreglement in Wasserbillig verstößt, wird für eine begrenzte Zeit noch mit einem blauen Auge davonkommen. Die Gemeinde beschäftigt inzwischen zwei Kontrolleure. Die werden in einer Übergangsphase Falschparker auf deren Fehlverhalten nur hinweisen. Später wird dann jeweils ein Bußgeld in Höhe von 24 Euro pro Verstoß ausgestellt.

Das neue Anwohnerparken ist nicht der erste Versuch der Wasserbilliger, des Verkehrs in der Gemeinde Herr zu werden. Unter anderem haben die kommunalpolitisch Verantwortlichen gefordert, die Brücke über die Sauer für den Durchgangsverkehr zu sperren. Zudem hatten Politiker mehrfach von der luxemburgischen Regierung und der Landesregierung in Mainz Abhilfe eingefordert. „Wir haben schon lange gefordert, dass Auffangparkplätze im Grenzgebiet auf deutscher Seite entstehen sollen“, sagt Bürgermeister Laurent. „Die Pendler, die auf den öffentlichen Verkehr umsteigen wollen, um nach Luxemburg arbeiten zu kommen, müssen schon vor der Grenze aufgefangen werden.“ Das öffentliche Verkehrsangebot müsse den Bedürfnissen angepasst und attraktiver werden.

Auf dem Papier gibt es bereits Abhilfe. Das Großherzogtum plant, die Parkplatzkapazitäten unweit der Grenztankstellen auszubauen. Bis zu 2000 Plätze soll es dort schon geben. Es hat auch schon einen Medienbericht gegeben, wonach Ende 2018 die Arbeiten beginnen. Doch da war wohl offensichtlich der Wunsch der Vater des Gedankens. Und auch das von der luxemburgischen Eisenbahn CFL geplante Parkhaus auf dem Gelände vor dem Bahnhof gibt es nur als Computersimulation. Das P+R-Parkhaus soll im Juli 2023 öffnen.