Wechsel an der Spitze der Herzmedizin in Trier

Gesundheit : Wechsel an der Spitze der Herzmedizin in Trier

Die Kardiologie am Brüderkrankenhaus Trier hat einen neuen Leiter. In Dr. Karl Eugen Hauptmann geht eine über Jahrzehnte prägende Figur in Ruhestand. Sein Nachfolger ist auch international bestens vernetzt.

Nach drei Jahrzehnten am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und fast einem Vierteljahrhundert als Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin III/Kardiologie ist Dr. Karl Eugen Hauptmann in den Ruhestand getreten. Im Rahmen eines Festakts würdigten zahlreiche Redner die Verdienste des langjährigen Chefarztes und begrüßten dessen Nachfolger Professor Nikos Werner, bislang stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Bonn.

Das Leistungsspektrum der Abteilung im Brüderkrankenhaus umfasst neben der Behandlung chronisch verengter Herzkranzgefäße und der Wiederöffnung von Infarktgefäßen die Therapie von Klappenfehlern.

Entscheidenden Anteil am Auf- und Ausbau der Trierer Kardiologie, deren Bedeutung auch das 2018 gegründete Herzzentrum Trier widerspiegelt, hatte Karl Eugen Hauptmann. Der gebürtige Ingelheimer arbeitete nach dem Studium im belgischen Leuven und in Bonn Ende der 1970er Jahre erstmals im Brüderkrankenhaus. Nach Stationen in Kaiserslautern und Frankfurt am Main kehrte er 1989 an die Mosel zurück. Unter Hauptmann gab es 1989 die erste Linksherzkatheter-Untersuchung Triers. Zudem war der Mediziner national und international forschend tätig und arbeitete eng mit Experten verschiedener Länder zusammen.

Hausoberer Markus Leinweber: „Als Brüderkrankenhaus sind wir Herrn Dr. Hauptmann zu großem Dank verpflichtet. Das, was er mit seinem ganzen Team in der Kardiologie aufgebaut hat, war und ist für unser Haus, aber auch für die Region von großer Bedeutung. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit Professor Dr. Werner einen Menschen gewonnen haben, der die Persönlichkeit und Fachkompetenz mitbringt, dieses Erbe in die Zukunft zu führen.“

Heute stellen vier Herzkatheter-Anlagen sicher, dass Patienten jederzeit notfallmedizinisch behandelt werden können. Auf Initiative Dr. Hauptmanns hielt 2006 auch die Elektrophysiologie Einzug ins Brüderkrankenhaus. Damit war der Grundstein für die 2010 eröffnete rhythmologische Spezialabteilung gelegt. Im 2011 eröffneten Hybrid-OP unternehmen Kardiologen und Herzchirurgen gemeinsam komplexe interventionelle Eingriffe.

Für seine Verdienste um den Aufbau der Trierer Kardiologie wurde Hauptmann im Januar 2019 mit der Simon-Reichwein-Plakette der Bezirksärztekammer Trier geehrt. Andreas Latz, Geschäftsführer der BBT-Gruppe, und Regionalleiter Christian Weiskopf würdigten das Wirken des langjährigen Chefarztes.

Seit dem 1. April leitet Professor Dr. Nikos Werner die Kardiologie des Brüderkrankenhauses, zu deren Team 13 Oberärztinnen und -ärzte zählen. Der neue Chefarzt studierte Humanmedizin in Frankfurt am Main. Auf seine Promotion im Jahr 2000 folgten Aufenthalte an US-amerikanischen Universitäten in Louisville und New York. Nach Stationen an den Kliniken für Innere Medizin der Uniklinik Köln sowie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg legte Professor Werner 2007 am Universitätsklinikum Bonn seine Facharztprüfung für Innere Medizin ab.

Nach seiner Habilitation wurde der heute 45-Jährige 2011 auf eine W-2-Professor der Universität Bonn berufen. Im selben Jahr zum stellvertretenden Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II ernannt, gründete er gemeinsam mit Professor Georg Nickenig das International Center for Cardiovascular Interventions (ICCI). Als Träger zahlreicher Forschungspreise und Mitglied einer Vielzahl renommierter Fachgesellschaften wie der European Society of Cardiology und der American Heart Association ist Professor Werner national und international bestens vernetzt.

BBT-Regionalleiter Bruder Peter Berg sagte: „Wir freuen uns, die Stelle des Chefarztes der Kardiologie und der Leitung des Herzzentrums hier am Brüderkrankenhaus wiederum mit einer Persönlichkeit zu besetzen, bei denen die Herzen der sich uns anvertrauenden Menschen in guten Händen sind.“ Mit dem neuen Herzzentrum verfüge das Brüderkrankenhaus über „alle notwendigen Bereiche und Verfahren, vor allem aber auch über die fachlichen und menschlichen Kompetenzen, die dieses Zentrum nun mit Ihnen weiter ausprägen sollen“, gab Bruder Peter Berg dem neuen Chefarzt mit auf den Weg.

(red)
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