Weg frei für die Umgehungsstraße

Weg frei für die Umgehungsstraße

Es war eine historische Stunde: Der Ehranger Ortsbeirat hat die Verlegung der neuen Umgehungsstraße B 422 beschlossen. Das Thema wird seit rund 30 Jahren im Stadtteil diskutiert. Trotzdem wäre der Ortsbeirat um ein Haar nicht beschlussfähig gewesen.

Trier-Ehrang. Seit 30 Jahren beschäftigt die Kommunalpolitiker die B 422 neu: Die Straße durch das ehemalige Mühlengelände an der Kyll soll den Ehranger Ortskern vom Verkehr von und nach Kordel entlasten. Gleichzeitig soll das Mühlengelände neu belebt und ein Discounter angesiedelt werden - wichtige Impulse für die Entwicklung des Ortskerns.
Bereits vor rund zehn Jahren spazierte Ministerpräsident Kurt Beck mit Parteifreunden durch das Mühlengelände und freute sich über die bevorstehende Straßenbaumaßnahme. Daraus wurde nichts, Dutzende Male hat der Ortsbeirat sich dazu beraten. Spätestens Anfang 2012 sollen weitere störende Häuser abgerissen werden und im gleichen Jahr soll noch mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen werden, erläuterte nun Sandra Klein vom Tiefbauamt dem Ortsbeirat.
Schallschutz und Spazierwege


Nur drei Gäste waren zur Sitzung gekommen. Doch der Ortsbeirat war mit einem grünen Mitglied und jeweils drei CDU- und SPD-Räten anfangs gar nicht beschlussfähig - erst als Hans-Karl Daus (CDU) zu späterer Stunde dazustieß, konnte abgestimmt werden. Einstimmig beschloss der Rat die Verlegung der alten B 422. Nächste Hürden sind der Baubeschluss und die Genehmigung eines Zuschussantrags. Geplant ist, die sechs Meter breite neue B 422 recht kurvenreich, etwas erhöht, mit Randbepflanzung, Querungshilfen und zwei Radstreifen von je 1,50 Meter Breite, die von der Kyllbrücke bis zur ehemaligen Blumenfabrik reichen, anzulegen.
Zudem soll es Schallschutzwände geben, Spazierwege sollen beispielsweise entlang der Stadtmauer laufen und das Kyllufer besser soll besser erreichbar werden. Trotz Hoffnung, dass das Langzeitprojekt nun seiner Realisierung entgegen strebt, gab es auch kritische Fragen zum Parkraum oder der konkreten Gestaltung der Straße, die allerdings im Bebauungsplan bereits weitgehend gefasst worden seien, erklärte Klein. Das rief am Rande der Veranstaltung den Widerspruch eines Anwohners der Friedhofstraße hervor: Er fühle sich von der Verwaltung hinsichtlich Hochwasserschutz und Lärmbelastung nicht ausreichend informiert. Prognostiziert sind knapp 6000 Fahrzeuge pro Tag, die nach derzeitiger Planung spätestens 2015 über die Straße rollen können. gsb

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