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Weg mit maroden Sozialwohnungen in Trier - Saniertes Pilotprojekt steigert Vorfreude

Weg mit maroden Sozialwohnungen in Trier - Saniertes Pilotprojekt steigert Vorfreude

Viele städtische Sozialwohnungen in Trier sind marode - das soll sich umfassend ändern. Ein saniertes Mehrfamilienhaus in Pallien dient auch als Muster für weitere millionenschwere Projekte.

Trier Hannelore Hauch lebt seit mehr als 13 Jahren im städtischen Gebäude Magnerichstraße 2. Während der Grundsanierung sind die 66-Jährige und ihr Lebensgefährte in ein Nachbargebäude ausgewichen. Als Hannelore Hauch die neu hergerichteten Räume (57 Quadratmeter) besichtigt und der TV-Reporter sie nach ihrem Eindruck fragt, hält sie kurz inne - sichtlich bewegt. "Hier hat sich so viel verändert. Die Wohnung gefällt mir sehr gut, die Leute von Stadt und gbt haben sich viel Mühe gemacht."

Organisation Die Projektsteuerung für die Grundsanierung von acht Wohnungen auf drei Geschossen lag beim Amt für Soziales und Wohnen. Planung und Bauleitung übernahm die Wohnungsbau- und Treuhand AG Trier (gbt). Nach dem Ratsbeschluss im November 2014 begann die Planung im Juni 2015 und die Ausführung im Oktober 2015.

Denkmalschutz Das Wohnensemble Magnerichstraße aus den Jahren 1924 bis 1926 steht unter Denkmalschutz. Es besteht aus fünf baugleichen Häusern mit je zwölf Wohnungen. Hinzu kommt das jetzt sanierte Gebäude mit Mansardendach und acht Wohneinheiten.

Ausstattung Bürgermeisterin Angelika Birk: "Bisher gab es in dem Haus nur Öl-Einzelöfen und keine richtigen Bäder." Heinrich Masselter, Architekt und Prokurist der gbt, erklärt beim Rundgang die Änderungen: "Elektro, Sanitär, Heizung, Lüftung - wir haben die Haustechnik komplett erneuert." Es gibt eine Gas-Zentralheizung und dank leicht veränderter Grundrisse moderne Duschen in jeder Wohnung. Der freigelegte und abgeschliffene Lärche-Fußboden wirkt urig. Die neuen Fenster sind aus Eiche. Das Dach wurde saniert, gedämmt und neu mit Schiefer eingedeckt.

Finanzen Die Gesamtkosten betragen rund 904 000 Euro. Die Stadt bekam dafür keinen Zuschuss (inzwischen haben sich die Bedingungen dafür geändert), aber ein zinsgünstiges Darlehen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz. Heinrich Masselter: "Der Kostenrahmen war stringent vorgegeben, und wir haben eine Punktlandung hingelegt."
Miete Die Größe der Wohnungen reicht von 46 bis 89 Quadratmeter. Vor der Sanierung lag die Miete bei 4 Euro pro Quadratmeter. Künftig sollen es - bei Zustimmung des Stadtrats - 5,30 Euro sein. Dieser Wert kann pro Jahr um bis zu 14 Cent erhöht werden.

Hausmeister Der Ortsvorsteher Horst Erasmy verweist auf einen Beschluss des Ortsbeirats: "Wir geben in diesem und im nächsten Jahr 450 Euro pro Monat für jemanden, der in der Straße als Hausmeister auf Sauberkeit und Ordnung achtet. Im Gneisenaubering hat sich ein solches Modell mit Don Bosco schon bewährt."
Nachbarschaft Noch in diesem Jahr geht es wie geplant mit der Sanierung des gegenüberliegenden Gebäudes 1/3 weiter. Die restlichen Häuser in der Straße sollen möglichst bis zum Jahr 2021 folgen. Die Bewohner werden vorübergehend anders untergebracht. Um solche Projekte auch in Eigenregie stemmen zu können (siehe Extra), hat die Stadtverwaltung einen Aufgabenbereich Wohnungswirtschaft und Sozialplanung geschaffen, zu dem unter anderem Sozialarbeiter und Architekten gehören. Leiterin Gabi Schmitt: "Auch das Thema Soziale Stadt Nord und West gehört bei uns dazu."SO GEHT ES WEITER AN ANDEREN STANDORTEN

Extra

Weg mit maroden Sozialwohnungen in Trier - Saniertes Pilotprojekt steigert Vorfreude
Foto: Friedemann Vetter (ClickMe)

120 der insgesamt 650 städtischen Sozialwohnungen Triers befinden sich im Stadtteil Mariahof. Die ersten Ausschreibungen zu deren Sanierung in Eigenregie starten nächste Woche. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. Die im Dezember beschlossene Schaffung von 28 Wohnungen in der Gneisenaustraße 33 bis 37 (Trier-West) soll nach der Sommerpause starten.