1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Weg nach Trier bleibt Buckelpiste - Sanierung des Kylltalradwegs zwischen Ehrang und Kordel wird verschoben

Weg nach Trier bleibt Buckelpiste - Sanierung des Kylltalradwegs zwischen Ehrang und Kordel wird verschoben

Der schlechte Zustand des Trierer Anteils am Kylltalradweg ist bekannt. Eine Sanierung ist eigentlich auch geplant. Es gibt jedoch Probleme mit Kreisstraßen im Westen der Stadt. Und deshalb bleibt der Radweg vorerst holprig.

Kordel/Trier. Es hat den Anschein, als ob die Stadt Trier Radfahrer nicht gerne ziehen lässt. Wer beispielsweise die Stadt Richtung Kylltalradweg verlassen möchte, der hat einige Hürden zu überwinden. Sei es die verwirrende Streckenführung durch den Trierer Hafen. Sei es die Sperrung des direkten Wegs zur Kyllstrecke aufgrund der Bauarbeiten für die Wache 2 der Berufsfeuerwehr. Falls dann jemand wirklich den Einstiegspunkt an der Bahnschranke unweit der Kyll gefunden hat, kommt der nächste Grund, wieder umzukehren: Der Radweg ist in einem miserablen Zustand. Seit Jahren.
"Schlechter Allgemeinzustand"

 Kreisgrenze: Während der alte Trierer Belag (braun) sanierungsbedürftig ist, hat die Ortsgemeinde Kordel bereits reagiert und einen neuen Belag (blau) aufbringen lassen. TV-Fotos (2): Harald Jansen
Kreisgrenze: Während der alte Trierer Belag (braun) sanierungsbedürftig ist, hat die Ortsgemeinde Kordel bereits reagiert und einen neuen Belag (blau) aufbringen lassen. TV-Fotos (2): Harald Jansen Foto: (h_tl )


Auf diesen Missstand haben Radler die Stadtverwaltung schon mehrfach hingewiesen. Im Rahmen des Bürgerhaushalts begründet beispielsweise ein Bürger im vergangenen Jahr seine Eingabe so: "Wenn man von dem sehr schönen und gut geteerten Kylltal-Radweg aus der Eifel kommt und die Stadtgrenze von Trier erreicht, fängt man an, sich um zahlreiche Schlaglöcher herumzuquälen. Die große Anzahl von Bitumenwülsten, die den Radweg queren, sind (wie soll ich sagen) äußerst gesäßunfreundlich."

Und auch Kordels Ortsbürgermeister Medard Roth beklagt den Zustand der rund 2,5 Kilometer langen Strecke: "So etwas kann man doch keinem Radfahrer anbieten." Mehrfach habe er bei den Trierern angefragt, ob sie es nicht den Kordelern gleichtun wollen. Schließlich hat die Ortsgemeinde 2008 eine neue Fahrbahnoberfläche zwischen der Deimlinger Mühle im Norden und der Gemarkungsgrenze im Süden Richtung Trier-Ehrang aufbringen lassen. Mehr als 100 000 Euro hat das gekostet.

Der Trierer Stadtverwaltung ist offensichtlich bewusst, dass die rund 2,5 Kilometer lange Strecke schon bessere Zeiten gesehen hat. Ralf Frühauf, Sprecher der Verwaltung, sagt: "Der Radweg ist unstreitig in einem schlechten Allgemeinzustand. Die Verkehrsflächen sind ausgemergelt und für den Radverkehr sehr holprig. Unfallgefahren liegen allerdings nicht vor." Wenn alles wie geplant gelaufen wäre, wäre der Wunsch des Kordeler Ortsbürgermeisters und der vieler Radfahrer nach Abhilfe erhört worden.

Frühauf: "Der Radweg steht auf dem Maßnahmenkatalog der Straßenunterhaltung für 2016." Würden seine Ausführungen an dieser Stelle stocken, wäre alles gut. Doch der Pressesprecher hat noch mehr zu sagen: Unter anderem sei auch vorgesehen, die Fahrbahnen der Kohlenstraße, den unteren Teil der Sickingenstraße, die Pflasterflächen der Simeonstraße sowie die K 3 zwischen Euren und Herresthal zu sanieren. Und nun kommt es: "Leider kam es in den vergangenen Tagen zu großen Hangrutschen entlang der K 1 und K 2. Dort muss sofort gehandelt werden, und diese Arbeiten sind - obgleich nicht geplant - vorrangig zu bearbeiten."

Diese Reparaturen an den Strecken von Trier-Herresthal nach Euren und Zewen haben zur Folge, dass der Radweg zwischen Ehrang und Kordel erst dann gemacht werden könne, wenn auch die finanziellen Mittel bereitstehen. "Dies bedeutet, dass die Ausführung des Radweges unter Umständen erst Anfang 2017 gemacht werden kann."