Weg von der "Stütze"

TRIER. Stadt, Kreis und das Arbeitsamt Trier wollen Menschen, die Sozialhilfe beziehen, nun gemeinsam beraten. So sollen sie einen Weg finden, von der "Stütze" wegzukommen und eine Arbeitsstelle anzutreten.

Das Arbeitsamt Trier hat zusammen mit der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg, den Trägern der Sozialhilfe, gemeinsame Anlaufstellen zur Betreuung und Vermittlung von Sozialhilfebeziehern eingerichtet. Getreu dem Leitgedanken "Integration statt Resignation" sollen vor allem Erwerbslose, die Sozialhilfe in Form von Leistungen zum Lebensunterhalt beziehen, dadurch leichter den Weg in den regulären Arbeitsmarkt finden. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen die Sozialverwaltung und das Arbeitsamt ihre vorhandenen Instrumente gemeinsam nutzen und mit innovativen Ansätzen weiterentwickeln. Sie setzen auf die Erfolg versprechende Wirkung von "Vernetzung und kurze Wege". Erschwert werde die Aufgabe jedoch durch die Situation auf dem Arbeitsmarkt, erläutert Sozialdezernent Georg Bernarding. Schwierig sei auch die Klientel der Sozialhilfe-Empfänger, die sich allzu häufig "in den beschützten zweiten Arbeitsmarkt" flüchten wollten. Kürzere Wege und schnellere Information

In allen Geschäftsstellen des Arbeitsamts Trier und in den Verbandsgemeinden beraten nun jeweils ein Arbeitsvermittler und ein Mitarbeiter der Sozialverwaltung. Für einen Beratungstermin werden die Sozialhilfe-Empfänger eingeladen. "Die Mär, dass Sozialhilfe-Empfänger nicht arbeiten müssten, gehört endlich aus der Welt geschafft", so Sozialdezernent Bernarding. Besonders Menschen, die zum ersten Mal einen Antrag auf Sozialhilfe stellen, soll durch die Anlaufstelle die Chance geboten werden, "eine zumutbare Arbeit anzunehmen" und die somit erst gar nicht in die Sozialhilfe abrutschen. Das Koordinierungsbüro der Stadt Trier bemüht sich bereits seit 2001 Sozialhilfe-Empfänger bei der Arbeitssuche zu unterstützen. "Die Stadt Trier ist am meisten mit jugendlichen Sozialhilfe-Empfängern belastet", erläutert die Leiterin des Sozialamts, Marita Wallrich. Mit dem jetzt startenden Sonderprogramm "Jump plus" der Bundesregierung werden Arbeitsverhältnisse von Jugendlichen bis 25 Jahren besonders gefördert. "Der Arbeitsmarkt für diesen Personenkreis ist in der Region angespannt. Um so notwendiger sind daher solche Anlaufstellen", betont Arbeitsamtsleiter Kaeswurm. Für Landrat Richard Groß ist beim Blick in die Zukunft noch unklar, ob die nach der Hartz-Reform vorgesehene Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe die Kommunen oder das Arbeitsamt die Aufgabe der Betreuung übernehmen soll.