Wege aus der Armutsfalle

TRIER. Eine frühere preußische Kaserne ist zum Sitz von Institutionen geworden, die nach Wegen aus der Armutsfalle suchen. Die Umgestaltung des Bürgerhauses ist das größte Einzelprojekt innerhalb des Programms "Soziale Stadt" in Trier-Nord. Das Eröffnungsfest am 8. Oktober ist Bestandteil einer Entwicklung, die bereits vor 20 Jahren begann.

Seit 2001 ist Trier-Nord Bestandteil der "Sozialen Stadt", eines Bund-Länder-Programms. Die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg hat gemeinsam mit der Stadt Trier die Verantwortung für die Entwicklung der Projekte übernommen. Die Wurzeln reichen allerdings tiefer. "Seit mehr als 20 Jahren leisten viele Institutionen und Einrichtungen den Menschen im Quartier unschätzbare Dienste", sagt Maria Ohlig vom Quartiersmanagement, das bei der Wohnungsgenossenschaft angesiedelt ist. "Das Tätigkeitsfeld reicht von der Babystube für junge Mütter bis zu gezielter Familienberatung und Jugendarbeit."Undichtes Dach, feuchte Zimmer

Im Gebäude Franz-Georg-Straße 36 fanden viele dieser Einrichtungen ihren Platz. Die alte Kaserne wurde zum Treffpunkt der Menschen im Quartier. "Aber die für das Bürgerhaus genutzten Räume waren nur ein unsaniertes Provisorium für Stadtteilarbeit", so Ohlig. "Das Dach war undicht, viele Zimmer waren feucht und unbrauchbar. Genehmigungen für Küchen und Tageseinrichtungen konnten von den Ordnungsbehörden nur unter Vorbehalt erteilt werden." Das hat sich mit der Aufnahme ins Programm "Soziale Stadt" nachhaltig geändert. Stadt und Wohnungsgenossenschaft entwickelten ein Sanierungskonzept. "Das Gebäude sollte als Basis für die unterstützende Arbeit im Quartier erhalten bleiben", erläutert Maria Ohlig. "Wir wollten die räumlichen Voraussetzungen für die Arbeit der zahlreichen Einrichtungen erhalten und gleichzeitig durch den Ausbau neue Nutzungsmöglichkeiten im Sinne der Sozialen Stadt entwickeln." Vier Millionen Euro hat dieser Prozess gekostet. "Wir sind damit im ursprünglichen Kostenrahmen geblieben", sagt Bernd Steinmetz, der Vorstandsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft. "Das Bürgerhaus steht für eine vernetzte Stadtteilentwicklung, die von der ständigen Kooperation zwischen Ämtern und Institutionen getragen wird." Das neue Bürgerhaus beherbergt die Abteilungen Kinder- und Jugendarbeit, sozialkulturelle Stadtteilarbeit, die Familienberatungsstelle und den Dienstleistungsbetrieb "Eva". Dazu kommen der Hort Ambrosius mit 60 Kindern in vier Gruppen, zwei Schulen, die Jugendverkehrsschule Trier und Vereine wie "Transcultur" und die Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle "Sekis". Mehr als 40 Gruppen und Vereine treffen sich regelmäßig in den Räumen des Bürgerhauses. Das Eröffnungsfest beginnt am 8. Oktober um 14.30 Uhr mit einem Fußballturnier für Jugendliche. Zum Festakt im Balkensaal ab 15 Uhr wird Innenminister Walter Zuber erwartet. Ab 16.30 Uhr folgt ein buntes Programm der Vereine und Einrichtungen.