1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Wegen Darmbakterien: Trinkwasser in Osburg, Farschweiler und Thomm muss abgekocht werden

Wegen Darmbakterien: Trinkwasser in Osburg, Farschweiler und Thomm muss abgekocht werden

Vermutlich bis mindestens Dienstag müssen Einwohner von Osburg, Farschweiler und Thomm ihr Trinkwasser abkochen. Grund sind Bakterien. Per Lautsprecherdurchsagen wurden am Freitag die rund 4200 Betroffenen informiert.

Die Einwohner von Osburg, Farschweiler und Thomm müssen in den kommenden Tagen aufpassen. Weil im Trinkwasser für die drei Orte Koli- (Darm-)bakterien festgestellt worden sind, muss das Wasser abgekocht werden (siehe Extra) Unter Umständen kann der Genuss von keimbelastetem Wasser zu Infektionen oder Durchfall führen.

Anders als beispielsweise vor einigen Wochen im Landkreis Ahrweiler hat der zuständige Wasserversorger innerhalb weniger Stunden die Quelle für die Verunreinigung bemerkt. Nach Auskunft von Reinhard Meier, Leiter der Verbandsgemeindewerke Ruwer, hatte es vermutlich in der Nacht auf Mittwoch in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Osburg ein technisches Problem gegeben. Aufgrund der starken Regenfälle war zu viel Wasser in die Anlage gelangt. Diese habe die anfallende Menge nicht komplett verbreiten können. Offensichtlich sei deshalb ein Teil des Wassers anschließend unbehandelt ins Trinkwassernetz gelangt.

Meier: "Wir haben sofort alle nötigen Schritte unternommen, um eine Verunreinigung zu verhindern." Trotzdem sind bei einer Probe Escherichia-coli-Bakterien nachgewiesen worden. Der Werkleiter geht davon aus, dass solch eine Verunreinigung mit den Darmbakterien durch ungeklärtes Wasser künftig vermieden werden kann. Doch erst einmal muss der aktuelle Fall bewältigt werden.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Störung in Osburg hatte das Werke der Verbandsgemeinde Ruwer das Wasser zusätzlich gechlort und das Leitungsnetz gespült. Doch diese Sofortmaßnahme konnte die Verunreinigung mit Kolibakterien nicht komplett verhindern. Werkleiter Reinhard Meier sagte auf TV-Anfrage, dass keine all zu hohe Belastung mit Bakterien vorliege.

4200 Einwohner betroffen
In den kommenden Tagen werden nun drei Dinge geschehen. Das Leitungsnetz wird erneut gespült. Zudem soll Chlor dafür sorgen, dass noch vorhandene Keime abgetötet werden. Außerdem werden regelmäßig Proben genommen. Das von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg erlassene Abkochgebot gilt normalerweise so lange, bis drei Proben an drei aufeinanderfolgenden Tagen nachweisen, dass keine Bakterien mehr vorhanden sind. In den drei Gemeinden leben insgesamt 4200 Menschen. Diese sind unter anderem durch Lautsprecherdurchsagen informiert worden.
Extra: Vorsichtsmaßnahmen


Das Trinkwasser in Farschweiler, Thomm und Osburg entspricht derzeit nicht der Trinkwasserverordnung. Trinkwasser darf deshalb in den betroffenen Orten nur in abgekochtem Zustand verwendet werden. Das Abkochen des Wassers soll wenigstens drei Minuten dauern. Dieses Wasser kann bedenkenlos getrunken und verwendet werden. Es sollte jedoch höchstens einen Tag gekühlt verwendet werden, danach besteht die Gefahr der Wiederverkeimung. Auch Wasser für Kaffee oder Tee muss abgekocht werden. Kaffeemaschinen erhitzten das Wasser lediglich. Auch kalte Speisen dürfen nur mit abgekochtem Wasser zubereitet werden.

Das Wasser zum Zähneputzen darf ebenfalls nur in abgekochtem Zustand verwendet werden. Baden und Duschen sei ungefährlich. Bei Kindern soll laut Gesundheitsamt darauf geachtet werden, dass kein Wasser geschluckt wird.

Zudem rät die Behörde, bei Geschirrspülern nicht das Energiesparprogramm zu benutzen. Denn dabei werde die Temperatur des Wassers gesenkt, um einen Spareffekt zu erzielen. Ähnlich den Warmwasserboilern kann sich bei belastetem Wasser die Keimzahl im Wasser weiter erhöhen. Wichtig sei auch, dass das Geschirr nach der Reinigung sofort abgetrocknet wird. Quelle: Kreisverwaltung Trier-Saarburg