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Wegen Sperrung der B49 bei Wasserbillig - Zu viel Ausweichverkehr in Langsur

Grenzbrücke dicht : Wegen Sperrung der B49 bei Wasserbillig - Zu viel Ausweichverkehr in Langsur

Wozu Verkehrsschilder lesen und eine Umleitung wegen der Sperrung der B 49 fahren, wenn man ein Navigationsgerät im Auto hat? Die Folge dieser Art des Autofahrens bekommen gerade die Langsurer zu spüren.

Schon in Trier weisen Schilder darauf hin, dass die Bundesstraße 49 in Langsur-Wasserbilligerbrück gesperrt ist. Grund dafür ist die Erneuerung der Fahrbahndecke auf rund 600 Metern (der TV berichtete). Doch weder die Hinweistafeln noch die Berichterstattung in den Medien hält am Dienstag viele Verkehrsteilnehmer davon ab, es trotzdem zu versuchen. Und so schlängeln sich auch nach der Einrichtung der Sperrung und der Ausweisung der Umleitungsstrecken (siehe Grafik) immer wieder Autos durch die Ortsdurchfahrt, die normalerweise täglich mehr als 12 000 Fahrzeuge nutzen. Das wird dann den Mitarbeitern der Baufirma zu bunt, die kurzerhand die Lücke in der Absperrung schließen. Konsequenz: Ein Anwohner kommt nicht mehr zu seinem Haus. Der Mann sagt, dass es noch nicht einmal einen Schleichweg gibt, um halbwegs unbeschadet in die Siedlung zu kommen.

Während der Anwohner schließlich doch zu seinem Haus kommt, müssen die anderen bis zur Absperrung vorgefahrenen Verkehrsteilnehmer drehen. Statt jedoch über die Trierer Konrad-Adenauer-Brücke und die B 51 sowie B 419 Richtung oder die A 64 Richtung Luxemburg schlagen viele ab der Löwener Mühle den Weg nach Igel-Liersberg ein. Am Ende der landschaftlich reizvollen wie engen Strecke knubbelt sich dann alles in Langsur.

Reinhold Thiel, Ortsbürgermeister der Mehrortsgemeinde, berichtet von großem Ärger in Langsur. „Ich werde im Fünf-Minuten-Takt angerufen“, sagt er. Denn die alte Sauerbrücke erfreut sich seit Dienstagmorgen steigender Beliebtheit. Die ist so beliebt, dass dort auch Lastwagen die Sauer queren, sagt Thiel. Dabei ist die Brücke für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht gesperrt. Und die Brücke ist so schmal, dass kein Begegnungsverkehr möglich ist.

Nahezu von selbst versteht es sich, dass Autofahrer von Langsur aus versuchen, über die Brücke zwischen Wasserbilligerbrück und Wasserbillig zu gelangen. Das ist jedoch nicht möglich, da auch am Brückenkopf gearbeitet wird. Da kann das Navi noch so standhaft ansagen, dass diese Brücke zu nutzen ist.

Thiel hat sowohl den Landesbetrieb Mobilität (LBM) als auch das zuständige Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Trier-Land angeschrieben, damit diese für Abhilfe sorgen. Doch bisher sieht es nicht so aus, als ob etwas gegen diesen Transitverkehr getan wird. Zumal die alte Langsurer Brücke für den allgemeinen Verkehr frei ist.

Das Durcheinander an der Grenzbrücke sorgt nicht nur in Deutschland für Ärger. Auch an der Einmündung der Brückenfahrbahn in die luxemburgische N 10 kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. Besonders dann, wenn Fahrzeuge zurücksetzen müssen, weil ihnen von der anderen Seite ein Auto entgegenkommt. Davon berichtet auch Anwohnerin Kerstin Kesselheim. Sie spricht von chaotischen Zuständen im Ort. Auch jenseits des Berufsverkehrs. „Alle fünf Minuten fahren hier Lastwagen durch, die eigentlich gar nicht über die Brücke fahren dürfen.“ Niemand unternehme bisher etwas dagegen. Zwar gelte Tempo 30 im Ort. Doch dran halte sich fast niemand.

Auch für die Anwohner in Wasserbilligerbrück gibt es keine Aussicht auf Linderung. Der LBM hat Ortsbürgermeister Thiel mitgeteilt, dass

die Zufahrt zu den Anliegergrundstücken nicht gewährleistet werden könne. Grund: Der Höhenunterschied zur Pflasterrinne, die erhalten werden soll, und der abgefrästen Fahrbahn betrage mindestens 22 Zentimeter. Die Baustrecke sei laut LBM mit rund 600 Metern nicht so lang, dass eine Unterteilung in Abschnitte möglich gewesen wäre. Diese Vorgehensweise hätte zudem eine Verdoppelung der eigentlichen Bauzeit bedeutet.