Wegen Weltkulturerbe - Zebrastreifen an der Trierer Basilika sollen bleiben

Kostenpflichtiger Inhalt: Straßenplanung : Zebrastreifen vor Trierer Basilika sollen bleiben

Die Trierer Stadtverwaltung hat nochmal umgeplant: Statt die Fußgängerüberwege einfach abzufräsen soll der komplette Bereich umgestaltet werden.

Viel zu lang seien die Zebrastreifen, die zwischen Konstantinstraße und Basilika über die Weberbach führen. Die Fußgängerüberwege müssten daher weg, teilte die Stadtverwaltung bereits 2017 mit (siehe Info). Nach nochmaliger Prüfung wurde jetzt allerdings doch eine Möglichkeit gefunden, um die Querungshilfen zu erhalten: „Weil die Basilika als Weltkulturerbestätte so viel Fußgängerverkehr erzeugt, können die Fußgängerüberwege dort ausnahmsweise doch bestehen bleiben“, erklärte eine Mitarbeiterin des städtischen Baudezernats bei der jüngsten Sitzung des Dezernatsausschusses.

Mit Polizei und Straßenverkehrsbehörde sei die Sache bereits abgeklärt. „Wir werden in diesem Bereich dann zusätzlich Tempo 20 anordnen“, erklärte die Dezernatsmitarbeiterin.

Die Zebrastreifen verändern allerdings ihr Gesicht. Denn die im vergangenen Sommer montierten Mittelinseln sind nur eine Zwischenlösung. Bei den neuen Zebrastreifen sollen neue Mittelinseln fest implementiert und auf etwa drei Meter verbreitert werden – um Nutzern ein sicheres Gefühl zu geben.

„Die Querungshilfen sind dann so groß, dass auch ein Fahrrad mit Anhänger drauf passt“, sagte die Sachbearbeiterin des Rathauses. Außerdem sollen die Zebrastreifen mit speziellem Pflaster ausgestattet werden, das für blinde Menschen per Taststock erkennbar ist.

Im gleichen Zug sollen die beiden Bushaltestellen – am Modehaus Marx und an der Konstantinbasilika – barrierefrei umgebaut werden, ausgerichtet also auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, Rollatoren oder Kinderwagen etwa. Bislang halten die Busse vor dem Modehaus Marx zum Beispiel in einer Kurve. Die Haltestelle soll im kommenden Jahr so verlegt werde, dass die Busse auf gerade Strecke stoppen.

Dominik Heinrich von den Grünen machte in der Ausschusssitzung darauf aufmerksam, dass Haltestellen und Fußgängerüberwege attraktiv und hochwertig gestaltet werden müssen – insbesondere hinsichtlich der direkten Nähe zum Weltkulturerbe Konstantinbasilika.

CDU-Fraktionschef Udo Köhler schlug vor zu prüfen, ob die Straße an der Stelle nicht auch verengt werden könnte, um so den Verkehr „optisch abzubremsen“.

„Wenn dort künftig Tempo 20 gefahren werden soll, könnte eine Verschmälerung dabei helfen, die Geschwindigkeit des Verkehrs auch tatsächlich zu reduzieren“, sagte Köhler. Ole Seidel (Grüne) forderte, dass schon um die Aufenthaltsqualität für Fußgänger rund um die Bushaltestelle zu verbessern es notwendig sei, den Fahrbahnquerschnitt zu verkleinern.

Die Sprecherin der Stadtverwaltung signalisierte Verständnis, erklärte aber, dass in der Weberbach die Gelenkbusse ausreichend Platz haben müssten und auch der Anlieferverkehr für Konstantinstraße und Kornmarkt dort durch müsse. Eine Verschmälerung sei daher eher problematisch.

Tempo 20 soll auf der Weberbach künftig übrigens nur im direkten Umfeld der Basilika gelten. „Ansonsten ist die Weberbach eine Hauptverkehrsstraße – für die die Straßenverkehrsordnung Tempo 50 und keine Möglichkeit der Reduzierung vorsieht“, erklärte die Dezernatssprecherin.

Mehr von Volksfreund