Wegweiser für die Dom-Musik

50 Jahre ist es her, dass der Priester und Domkapellmeister Dr. Johannes Klassen starb. Im Trierer Dom wird Dompropst Werner Rössel aus diesem Anlass am Sonntag, 20. Januar, 10 Uhr, eine Gedenkmesse zelebrieren.

Trier/Wallenborn. (cofi/red) Johannes Klassen wurde 1904 in Wallenborn, Kreis Daun, geboren und verstarb, auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Schaffenskraft, im Alter von 53 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Domfriedhof in Trier. In Köln, München und Regensburg hatte er seine Musikstudien absolviert. Die Ernennung zum Domvikar und Domkapellmeister erhielt er bereits während seines Musikstudiums im Jahre 1934. Seine Stellung als Leiter der Trierer Dommusik umfasste neben der Leitung des Domchores auch die Tätigkeit als Gesangslehrer im Priesterseminar und als Musikdozent an der Theologischen Fakultät. Gleichzeitig war er Gesangslehrer an der Kirchenmusikschule.Verweigerter "Hitlergruß" führte zum Schulverweis

Höhepunkte der Auslandsreisen des Trierer Domchores unter seiner Leitung waren die Audienz bei Papst Pius XII. und die Teilnahme am Chorwettbewerb in Arezzo in Italien, bei dem gleich drei Auszeichnungen errungen wurden. Eine Reihe von Kompositionen für Chöre stammen aus seiner Feder."Johannes Klassen war eine Art Übervater für die Dommusik", sagt Stephan Rommelspacher, seit sieben Jahren Domkapellmeister und damit einer von Klassens Nachfolgern. Aus Erzählungen kennt er Klassen als Meister der Kirchenmusik und Eifeler Original mit "hohem Qualitätsanspruch und Charisma". Als reinen Knabenchor übernahm Klassen 1934 die Leitung der Sänger, öffnete den Chor aber auch für Frauen. Kurz zuvor war er von der Hochschule für Musik in Köln ausgeschlossen worden, weil er sich geweigert hatte, den "Hitlergruß" zu erwidern.Der Domchor der Klassen-Ära zählte rund 140 Mitglieder, die er in eine Blütezeit der Dommusik führte. Zahlreiche Auftritte im Rundfunk belegen dies. Klassen prägte einen eigenen, unverkennbaren Klang, legte neben der musikalischen Ausbildung und Güte großen Wert auf die Phonetik und Farbe der Vokale. "Johannes Klassen konnte seinen Chor wie ein großes Instrument spielen, und die Sänger konnten auf winzigste Zeichen von ihm reagieren. Auf diesem Fundament, das er gelegt hat, bauen wir noch heute auf", sagt Rommelspacher.Dass die Erinnerung an diesen für Trier bedeutenden Kirchenmusiker lebendig bleibt, dafür will auch die Familie Klassens sorgen. Im Eigenverlag bringt Neffe Franz Josef Klassen eine Gedenkschrift heraus mit Beiträgen zu Klassens Leben, Wirken und Kompositionen, Berichten von Zeitzeugen und historischen Bildern. 40 ehemalige Sänger, die mit Klassen zusammen gearbeitet haben, konnten ausfindig gemacht werden. Sie und weitere Gäste sind am Sonntag zur Gedenkfeier in den Dom geladen. Weiter geht es zu einem Memento an Klassens Grab auf dem Kapitelsfriedhof und einer anschließenden Begegnung im Romanischen Saal.Die Gedenkschrift ist erhältlich über das Sekretariat der Dommusik Trier, Telefon 0651/42338.