Wegweiser für Familien

Etwa ein Jahr Arbeit liegt hinter Birgit Kuhlmeier, Silke Herrmann und Dorothee Faber. Das Ergebnis heißt Familienkom(m)pass Trier. Dahinter verbirgt sich ein neues Netzwerk von Trägern der Familienbildung, deren Angebote zu Erziehungsfragen nun in einer Broschüre gebündelt sind.

Haben den Wegweiser für Familien erarbeitet: Silke Herrmann (Katholisches Familienbildungszentrum Remise), Birgit Kuhlmeier (Katholische Familienbildungsstätte) und Dorothee Faber (Jugendamt, von links). TV-Foto: Cordula Fischer

Trier. Familien stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen - finanzielle Fragen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungsprobleme, Pflege. Um sie zu unterstützen, haben sich die Katholische Familienbildungsstätte Trier, das Katholische Familienbildungszentrum Remise Trier-Ehrang mit Unterstützung des Jugendamtes mit weiteren Trägern der Eltern- und Familienbildung zum Netzwerk Familienbildung zusammengeschlossen.

Das erste Projekt, das seit einem ersten Treffen im Februar 2009 entstanden ist, heißt "Familienkom(m)pass Trier", an dem die Netzwerkkräfte Birgit Kuhlmeier ( Katholische Familienbildungsstätte), Silke Herrmann (Katholisches Familienbildungszentrum Remise) und Dorothee Faber (Jugendamt) gefeilt haben. Entstanden ist neben Plakaten und Lesezeichen, die auf das Angebot hinweisen, eine Broschüre (Auflage 10 000 Stück) plus Internetauftritt. Darin aufgelistet sind mehr als 50 Kurse, Workshops und Informationsveranstaltungen in fünf Modulen ("Freudig erwartet, Schön, dass du da bist, Gemeinsam die Welt entdecken, Rat und Hilfe, Begegnung und Kontakt"), die durch verschiedene Farben die verschiedenen Lebensstadien und Beziehungssituationen kennzeichnen. Dort finden Eltern von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zur Pubertät der Kinder ein bedarfsgerechtes Bildungsangebot, darunter offene Treffs, einen Väterstammtisch, Eltern-Kind-Gruppen, Großelternkurse, entwicklungspsychologische Beratungen, Schulungsprogramme für übergewichtige Kinder. Konkrete Termine sind allerdings nicht enthalten, die müssen bei den genannten Anbietern nachgefragt werden. Um die Eltern, die Hilfe benötigen, zu erreichen, waren zur Präsentation des Familienkom(m)pass Vertreter aus Kindertagesstätten, Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Arztpraxen und Krankenhäusern als Multiplikatoren eingeladen, die bei ihren "Kunden" für den Familienkom(m)pass werben sollen.

Denn die Broschüre soll nicht wahllos verteilt, sondern gezielt an von Problemen belastete Familien ausgegeben werden, die "in besonderem Maße auf die Stärkung ihrer Familien- und Erziehungskompetenz angewiesen sind", erklärt Herrmann. Um diese finanziell nicht zu stark in Anspruch zu nehmen - die angebotenen Kurse sind zumeist kostenpflichtig - haben Kuhlmeier, Herrmann und Faber ein Bonuspunktesystem entwickelt.

Für die Teilnahme werden nach pädagogischen Gesichtspunkten und der Länge der Veranstaltung zwischen einem und fünf Punkte vergeben. Wert: ein Euro pro Punkt. Diese können gesammelt und beim Besuch eines nächsten Seminars auf die Gebühr angerechnet werden. Die Laufzeit des Familienkom(m)pass ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Es ist Teil der Initiative "Viva Familia" des rheinland-pfälzischen Familienministeriums. Infos im Internet unter www.familienkompass-trier.de