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Weiblein, Männlein und der Unterschied

Weiblein, Männlein und der Unterschied

Männer sind anders, Frauen auch: Auf dieser ebenso alten wie aktuellen Erkenntnis basiert das Ein-Frau-Theaterstück "Cavewoman" aus der Feder von Emma Peirson. An zwei Abenden hat es die Schauspielerin Ramona Krönke in der Tufa Trier präsentiert und die Zuschauer mit ihrem fulminanten Spiel amüsiert.

Trier. Gerade hat Heike ihren Freund Tom nach einem Streit aus der gemeinsamen Wohnung geworfen, ausgerechnet am Tag vor der Hochzeit. Durch das plötzliche Alleinsein weicht anfänglicher Triumph dem Bangen, ob er wohl zurückkehrt. Vor allem aber beginnt Heike alias Ramona Krönke die Beziehungstauglichkeit von Männlein und Weiblein zu reflektieren. Soweit die Rahmenhandlung des Theaterstücks "Cavewoman" (Höhlenfrau).
Diese dient dazu, Knackpunkte, speziell die ewigen Mysterien des jeweils anderen Geschlechts, zur Sprache zu bringen. Sie beschränken sich aber auch in diesem Stück auf hinlänglich abgedroschene Klischees: Männer denken eindimensional, sind hormongesteuert und sprachfaul, sind unordentlich und schnarchen, funktionieren nur, wenn Frauen für sie mitdenken, und kommandieren. Frauen hingegen haben Figurprobleme und eine beste Freundin, der sie mit geheuchelten Schmeicheleien aufwarten, sammeln Schuhe, können und müssen stets mehrere Dinge gleichzeitig tun.
Das Theaterstück in der Trierer Tufa ist trotzdem ein kurzweiliger Spaß, der das Publikum ständig zum Lachen bringt. Das liegt auch an einigen originellen Einfällen. Eine Szene erklärt beispielsweise die Entstehung des Mannes damit, dass sich Eva im Paradies via Gott-Hotline einen Partner bestellt, der allerdings als reparaturbedürftiges Mängelexemplar geliefert wird. Vor allem aber rettet das hervorragende Spiel von Ramona Krönke das Ganze aus der Beliebigkeit. Sie agiert in schwindelerregendem Tempo mit sprühender Energie, enormem Körpereinsatz und schonungsloser Mimik. Zum Brüllen komisch setzt sie zuweilen ihren sächsischen Dialekt ein. Bewundernswert auch ihr Improvisationstalent, das sich besonders in der spontanen Einbindung des Publikums äußert.
Die Figur der Heike gestaltet sie von anrührend romantisch bis zickig-chaotisch. Sie dient ihr als Projektionsfläche für manche Spitze gegen die holde Weiblichkeit. Dank dessen kommt keine Frauen-sind-die-besseren-Menschen-Nummer heraus, vielmehr ein drastisch überkarikierter Blick auf die Unzulänglichkeiten beider Geschlechter. Und genau die - das ist die versöhnliche Quintessenz - sind es, die aneinander binden, was nicht zusammenpasst. ae