Weihnachten beginnt im Sommer
Für Reinhold Wollscheid beginnt die Weihnachtszeit seit vielen Jahren bereits im Sommer. Denn diese Monate nutzt er, um seine riesige Weihnachtskrippe aus- und umzubauen.
Gusterath. (dis) "Ich habe mir damit einen Kindheits-Traum erfüllt", sagt er. Vor etwa 15 Jahren machte er sich daran, seinen Wunsch zu verwirklichen. Zunächst nur im kleinen Rahmen gefertigt, wuchs die Krippe später zu einem sehenswerten Kunstwerk von drei mal vier Metern heran. Mehr Platz steht ihm im Wohnzimmer auch nicht zur Verfügung. Denn schon heute müssen Tische, Stühle und Sessel an die Wände des Raumes geschoben werden, damit die Krippe überhaupt Platz genug hat. Diese Größe reicht Wollscheid aber jetzt auch aus, mehr soll und kann es nicht mehr werden.Jede freie Minute - "Jetzt als Rentner habe ich ja viel Zeit" - nutzt er, um die Gebäude, die angedeuteten Straßen, Berge und Bäche, aber auch die Figuren zu verändern und zu ergänzen. "Die Handarbeit und das Arbeiten mit Säge, Bohrmaschine und Klebemaschine macht mir riesigen Spaß", sagt der Bastler. Schon drei Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen ist der Aufbau vollständig beendet. Bereits Wochen vorher hat er damit begonnen. Immer mit dabei ist der kleine Mischlingshund Nicki, der bisher auch noch keinen Schaden angerichtet hat und nicht durch die Krippenlandschaft gelaufen ist. Die Grundplatte liegt auf Stützen, damit sich Wollscheid nicht mehr so viel bücken muss. Für den "Rohbau" benötigt er zwei bis drei Tage. Bei den Feinarbeiten legt er viel Wert auf die genau festgelegten Standorte der Figuren. Rund 50 Schafe, die Heiligen drei Könige, Maria, Josef, das Christkind und viele andere Figuren baut Wollscheid nach seinem eigenen Plan auf. Es ist eine bewundernswerte Arbeit, der sich Reinhold Wollscheid mit viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail widmet. "Sie nur für eine kurze Zeit aufzubauen, wäre zu schade. Meine Krippe steht Ende Januar immer noch", sagt er. Besucher sind bei ihm in der Brunnenstraße 8 a jederzeit willkommen.