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Weihnachten  „unplugged“, Glaube im Alltag 19. Dezember

Glaube im Alltag : Weihnachten „unplugged“

In der Musik ist von „unplugged“ (gespr. „anplakt“) die Rede, wenn Gesang und Instrumentalmusik ganz ohne elektronische Verstärkung und Effekte vorgetragen werden.

Bei einem solchen Vortrag kommt in besonderer Weise die Qualität von Musik und Stimme zum Vorschein. Nichts ist künstlich aufgepeppt oder überlagert. Weihnachten werden wir in diesem Jahr in gewisser Weise auch „unplugged“ erleben. Bisher wichtige „Zutaten“, die das Weihnachtsfest erfahrbarer machen wollen, fallen weg: Konzerte, festliche Gesänge in den Gottesdiensten, das Zusammenkommen von Menschen, Weihnachtsmärkte und vieles mehr.

Einige dieser Zutaten, die wir vermissen werden, haben die Weihnachtsbotschaft verstärkt, andere haben sie überlagert und nicht mehr durchscheinen lassen.

Was in diesem Jahr übrig bleibt, ist die reine Botschaft von Weihnachten: Dass Gott sich für den Menschen entscheidet und damit dem Menschen zusagt: „Ich gehe nicht mehr weg von dir. Was immer dir geschieht, durch welches Dunkel dein Weg auch führen mag – glaube, dass ich da bin! Glaube, dass meine Liebe unbesiegbar ist! Dann ist auch für dich Weihnachten. Dann ist auch deine Nacht Heilige Nacht. Dann zünde getrost die Kerzen an – sie haben mehr Recht als die Finsternis!“ (Karl Rahner).

Vielleicht ist es gut, dass wir bei all dem, was wir in diesen Tagen erleben und erlebt haben, ungehindert Blick auf diese Botschaft haben und wir sie einander weitersagen und füreinander eine Kerze anzünden, weil das Licht mehr Recht hat als die Finsternis.

Markus Leineweber, Hausoberer des Brüderkrankenhauses