Tipps vom Krippenbauer Eine Weihnachtskrippe selbst bauen – Mit Anleitung vom Profi klappt es (Fotos)

Klüsserath · Sie wollen selbst eine Krippe basteln, anstatt eine zu kaufen? Krippenbauer Wolfgang Ehlen vom Krippenverein Klüsserath erklärt Schritt für Schritt, wie das funktioniert.

Weihnachtskrippe selbst bauen: Bilder zur Anleitung
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In wenigen Tagen eine Weihnachtskrippe selber bauen

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Das Aufstellen einer Krippe gehört für viele Familien zum Weihnachtsfest dazu. Und wenn dann noch eine selbst gebaute Krippe mit persönlicher Note Platz unter dem Tannenbaum findet, umso schöner. Wie man unkompliziert und recht schnell eine Krippe bauen kann, hat uns im vergangenen Jahr bereits jemand verraten, der weiß, wie es geht: Wir haben Wolfang Ehlen, Leiter der bekannten Krippenbauschule Klüsserath, über die Schulter geschaut.

Selbst bauen und handwerkeln liegt wieder voll im Trend und macht zudem Spaß. Ein weiterer Grund, selbst eine Krippe zu basteln, ist ohne Zweifel auch der Preis: Fertige Krippen liegen meist im dreistelligen Bereich, durch Eigenbau kann so noch mancher Euro eingespart werden. Mit wenigen handelsüblichen Materialien ist es durchaus möglich, in nur wenigen Tagen eine einfache Krippe anzufertigen.

Krippenbauer Wolfgang Ehlen aus Fell, seit acht Jahren Kursleiter in Klüsserath, verrät im Folgenden, wie eine Krippe mit Schiefermauern, Türen mit Vintage-Effekt, Natursteinen oder roten Dachschindeln mit einfachsten Mitteln hergestellt werden kann. Dabei arbeitet er überwiegend mit Styrodur, das besonders gut geeignet ist, Strukturen herzustellen. Ehlen selbst baut schon seit 20 Jahren Krippen und ist seit 15 Jahren im Krippenbauverein Klüsserath aktiv, der schon seit rund 30 Jahren Krippenbaukurse anbietet. Im Laufe der Jahre wurden rund 1000 Krippen hergestellt, zwei davon haben es sogar bis in den Vatikan geschafft.

1. Schritt: Das Material für die Krippe besorgen

Bevor es losgeht, sind zunächst einmal alle erforderlichen Materialien (siehe Info 1) und die Krippenfiguren zu besorgen. Die Größe der Figuren sollte unbedingt zur Größe der späteren Krippe passen, damit ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Die folgende Anleitung ist für den Bau einer einfachen moselländischen Krippe mit alten Schiefermauern, Dach, Fenster, Tür etc. gedacht.

2. Schritt: Die Styrodurplatte als Grundlage für die selbstgemachte Krippe

Schritt: Grundlage ist die Styrodurplatte. Aus ihr wird zunächst die Bodenplatte – Größe kann individuell festgelegt werden - mittels eines scharfen Cuttermessers ausgeschnitten. Die Wände bzw. Seitenteile werden anschließend mit Bleistift auf die restliche Styroporplatte aufgemalt und ausgemessen – hier eine große Rückwand und drei Stellwände. Diese werden ausgeschnitten, hingestellt und leicht angeklebt, damit man sieht, ob die Proportionen stimmen, die Höhe wird angeglichen, bis sie passt.

3. Schritt: Die Tür für die Weihnachtskrippe

Schritt: In die Rückwand wird eine Tür eingezeichnet und ausgestanzt, diese dann bearbeitet. Mit dem Cuttermesser werden in Längsrichtung kleine Vertiefungen eingeschnitten, mit der Messingbürste vorsichtig über das Styrodur gestrichen – so entstehen Holzstrukturen in der Tür. Sie wird bemalt – allerdings nur die Front, also das, was man später sieht.

Zunächst – wegen der Tiefenwirkung – wird ungleichmäßig dunkle Farbe aufgetragen (schwarz). Wichtig bei allen Arbeitsgängen sind saubere Pinsel. Wenn die schwarze Farbe trocken ist, werden die nächsten Farben (dunkles Braun, helles Braun, leichte Rottöne, Ockergelb) nacheinander aufgetupft – allerdings nur punktuell: Pinsel flach halten und nicht vollflächig überstreichen. Wichtig: dunkle Stellen in den Rillen nicht übermalen, denn sonst war alle Mühe umsonst. Dann die Tür trocknen lassen, sie sieht jetzt schon alt aus.

4. Schritt: Die Rückwand der Weihnachtskrippe

Nun wird eine Schieferwandstruktur mit dem Stecheisen auf die Rückwand als unregelmäßige Struktur eingestanzt, allerdings nur im sichtbaren Bereich. Die fertig gestanzte Rückwand wird dann ebenfalls mit dunkler Farbe (am besten schwarz oder schiefergrau) grundiert und muss gut trocknen. Die weiteren Farben werden ähnlich unregelmäßig aufgetragen wie bei der Tür. Mit dem Schwamm sanft drüber streichen bringt eine tolle Struktur hinein und dient als Grundierung.

Um der gestanzten Wand noch mehr Struktur zu verleiten, kann die Oberfläche mit einem Lavastein oder ähnlichem behauen werden, damit bilden sich noch weitere Vertiefungen, denn die Wände sollen nicht glatt sein. Mit einem Lötkolben oder alternativ mit Bleistift kann auch anderes Mauerwerk konstruiert werden – damit wird vorsichtig die Struktur eingedrückt. Das weitere Verfahren ist wieder ähnlich wie bei der Schieferwand: erst dunkel anstreichen und dann die Steine einzeln erfassen mit weiteren Farben (wie oben beschrieben).

5. Schritt: Die Wände der selbstgemachten Krippe

Während die Rückwand trocknet, werden die Seitenwände – kleiner Vorbau – mit Heißklebepistole leicht fixiert und hingestellt, damit man sieht, wie die Krippe später aussehen soll. Ein Fenster wird auf der vorderen Wand vorsichtig ausgeschnitten, ein wenig nach innen eingedrückt (so wie bei der Tür), so entsteht eine 3-D-Ansicht.

Dann werden die Leisten für die Fensterrahmen ausgeschnitten, gebürstet, etwa 2 mm dick, erst oben und unten, dann die Seitenrahmen. Ein Fenster soll im Verhältnis etwa halb so groß sein wie die Tür – zum genauen Ausmessen gibt es auch einen „Krippenmeter“, es hilft bei der Ermittlung der richtigen Größe der einzelnen Komponenten (z.B. Figuren, Türen, Fenster).

Die Türrahmen werden ähnlich hergestellt wie die Fensterrahmen, allerdings nur oben und an den beiden Seiten angebracht. Auch diese werden wieder gebürstet, um Holzstruktur zu erzeugen. Die Leisten werden mit dem Heißkleber festgeklebt. Statt Heißkleber kann auch Leim benutzt werden, er trocknet allerdings länger.

6. Schritt: Die Mauern der Weihnachtskrippe gestalten

Alle Wände mit Steinstruktur werden nun nach dem vorherigen Muster fertiggestellt und mit dunkler Farbe grundiert. Wichtig: Immer warten, bis die Farbe ganz getrocknet ist, sonst verwischt alles. Denn ganz zum Schluss (nach Schritt 9) wird die Wand weiß patiniert (trocknen lassen) und das Steingefüge dann noch mit Fugenmörtel hergestellt. Dafür muss die Wand nass gemacht werden (Ansprühen).

Der Verputz der Mauer wird dünn aufgetragen und mit dem Pinsel verteilt und in die Fugen aufgepinselt. Bei den verputzten Teilen wird später noch ein wenig ganz schwarze Farbe aufgepinselt, was einen echten Verwitterungseffekt hervorruft.

7. Schritt: Das Dach der Krippe

Für die Herstellung des Schrägdachs wird die obere Kante der Seitenwände schräg angeschnitten und von der Höhe her angepasst, damit das Dach einen kleinen Überstand hat. Das Dach wird ausgeschnitten, es soll recht dünn sein, daher wird das Styropor vorsichtig großflächig halbiert (auf eine Dicke von 0,5 cm) und aufgelegt, dazu braucht man etwas Geschick und es darf ruhig ein wenig krumm sein.

Zuerst wird das Schrägdach für den Vorbau angefertigt, dann das für die Rückwand. Auch dort wird die Wand oben ein wenig angeschrägt, damit das Dach schräg aufliegen kann. Die Schindeln werden später aus Wellpappe gebastelt.

8. Schritt: Die Wände der selbstgemachten Weihnachtskrippe verputzen

Die Wände ohne Steinstruktur rechts und links werden verputzt. Dazu müssen alle Wände auf der Bodenplatte fest verklebt sein, dann wird gegipst. Auch das Mauerwerk muss bis dahin fertig angemalt sein. Der Gips wird angerührt und mit einem kleinen Spachtel dünn aufgetragen. Struktur entsteht durch einfaches Aufstreuen von Gips auf die frisch gegipsten Seitenteile. Auch der Boden wird gegipst. Hier ist ebenfalls eine Steinstruktur möglich, je nach Geschmack kann diese dann angebracht werden ähnlich wie bei den Wänden.

9. Schritt: Die Dachplatte der Krippe aufkleben

Wenn alles verputzt und angemalt ist, wird die Dachplatte aufgeklebt, die Wellpappe in Streifen geschnitten, damit sie wie Dachschindeln auszusehen. Die Lagen werden von vorne nach hinten aufgeklebt. Ab der zweiten Lage müssen die Wellpapp-Schindeln noch bearbeitet werden, indem auf der Rückseite die erste Papierlage bis zur Längshälfte abgerissen wird, damit die „Dachschindeln“ richtig aufliegen können. Diese werden dann nacheinander gelegt. Zum Schluss kommt die Farbe: Zuerst wird das Dach weiß angemalt, anschließend mit bordeauxroter Farbe.

Wer das alles jedoch noch genauer und intensiver kennenlernen möchte, der sollte einmal einen Krippenbaukurs bei den Klüsserather Krippenfreunden e.V. besuchen. Viel Spaß bei der Umsetzung der Bauanleitung – Krippen bauen ist zudem neben dem kreativen Tun ein guter Tipp zum Entspannen.