Wein aus Stein

TRIER. (DiL) Kaum war Triers neue Weinkönigin Tanja I. inthronisiert (siehe Seite 7), wurde ihre Majestät bereits gekidnappt. Vom Olewiger Festplatz ging es spontan zum Heuschreck-Brunnen an der Ecke Fleischstraße/Nagelstraße.

Dort sollte die von Elferräten der Trierer Karnevals-Gesellschaft "Heuschreck" entführte Hoheit den Umsatz des Trierer Weins ankurbeln und für den edlen Rebensaft werben. Das Vorhaben gelang dank eines kleinen "Wunders": Königin Tanja I. und ihre Prinzessin Manuela schafften das Kunststück, aus dem steinernen Brunnen Wein fließen zu lassen. Ex-Karnevalsprinz Erwin Engel von den Bischöflichen Weingütern hatte - welch' glücklicher Zufall - reichlich Nachschub und Gläser dabei, die Heuschrecken zauberten einen Zapfhahn zwischen Fischers Maathes und dem Wichshänschen hervor, und die Weinmajestäten mussten eine halbe Stunde schweißtreibende, aber höchst erfolgreiche Werbe-Arbeit verrichten. Um den Brunnen herum hatte sich derweil, angelockt durch eine geschickte Geheimhaltungspolitik, eine Hundertschaft mehr oder minder närrischer Bürger versammelt und genoss das Gratis-Angebot. Der Vorschlag, die Stadt möge diese Art von Weinwerbung als feste Einrichtung übernehmen, war nicht zu überhören.

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