Wein, Weib und Musik

TRIER. Moderne Architektur trifft erstklassigen Brass (Blechblas-Musik): Die Moselfestwochen gastierten im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier.

"Women in Brass - Wein im Glas" - das reimt sich nicht nur, sondern bot auch die rare Kombination von weiblichem Blechbläser-Ensemble mit Mosel-Saar-Ruwer-Weinen. Der spritzigen und stilvollen Blasmusik des Ensembles "Women in Brass" lauschten rund 150 Zuhörer im Tagungszentrum der IHK Trier, einem für die Moselfestwochen ungewöhnlichen Ort. Unter die Festival-Besucher mischte sich auch die Lokalprominenz aus der Geschäftswelt.In der modernen Architektur des Tagungszentrums mit seinen Innenwänden aus Beton und den verglasten Außenwänden standen in lange Abendkleider gewandet Carola Beukenbusch (Tuba), Claudia Raiser (Posaune), Steffi Roschy (Horn), Maja Markert, Helen Clare Barsby und Danyelle Clem (Trompeten) und starteten ihre Überzeugungsarbeit in Sachen Blasmusik mit der Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß (Sohn). Mit Werken von der Renaissance bis hin zum Jazz und einer musikalischen Reise in verschiedene Länder machten sich die sechs Musikerinnen aus Deutschland, Dänemark, Neuseeland und Australien daran, das Klischee der dumpfen "German Blasmusik" zu entkräften.Das Sextett bewies, dass die Bach-Fuge g-moll nicht nur etwas für die Orgel ist. Packend auch zwei argentinische Tangos, der "Russische Tanz" von Oskar Böhme und Chick Coreas "Spain". "Die Tuba wollen wir jetzt auch mal als Melodie-Instrument featuren", kündigte Trompeterin Helen Clare Barsby an. Das Stück überraschte und bewog manchen zu einem "Bravo", ebenso wie die folgenden Werke mit Posaune und Horn als Solisten."Es ist erstaunlich, was für ein schöner Sakralklang im modernen, nüchternen IHK-Tagungsgebäude entstehen kann", zeigte sich Moselfestwochen-Intendant Hermann Lewen entzückt. Lewen weiß, dass das typische Moselfestwochen-Publikum die Musik, aber auch "das Event" schätzt. "Dieses Konzert heute ist auch die Premiere für das kulturelle Engagement der IHK Trier", erzählte Lewen.Auch IHK-Präsident Wolfgang Natus freute sich, mit dem Konzert eine neue Form zu finden, um das Tagungshaus in Szene zu setzen: "Die Verbindung von Kultur und Wein ist für uns ein Auftrag im Dienste unserer attraktiven Region."Von der modernen und zeitgemäßen Güte des Moselrieslings überzeugten sich die Zuhörer in der Pause und nach dem Konzert. Sie kosteten 15 Weine des Großen Rings der Prädikatswein-Versteigerer Mosel-Saar-Ruwer, darunter Dr. Loosen Blauschiefer-Riesling, Piesporter Goldtröpfchen und Graacher Himmelreich.